Risiko für Multiple Sklerose: Welche Rolle das Geburtsgewicht spielt

In einer aktuellen Studie wurden zwei Risikofaktoren für MS festgestellt, die schon bei der Geburt feststehen.
Babyfüße in einem Bett.

Ein hohes Geburtsgewicht geht offenbar mit einem erhöhten Risiko einher, im späteren Leben an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken. Als hohes Geburtsgewicht gilt ein Wert oberhalb der 90. Perzentile - nur 10 Prozent der gleichaltrigen Kinder sind schwerer. Wie ein Forschungsteam vom Presbyterian Hospital in New York im Fachjournal JAMA Neurology berichtet, besteht zudem ein Zusammenhang zwischen einem mütterlichen Diabetes und dem späteren MS-Risiko der Nachkommen.

Im Gegensatz dazu war ein niedriges Geburtsgewicht unterhalb der 10. Perzentile in der US-amerikanischen Untersuchung mit einem reduzierten MS-Risiko verbunden.

Die Forschenden werteten Daten aus mehreren norwegischen Registern aus. Berücksichtigt wurden 1.303.802 Lebendgeburten in Norwegen aus den Jahren 1967 bis 1989, von denen 1.166.731 in die finale Analyse einflossen. Nach dem Jahr 2009 wurde bei insgesamt 4.295 Personen MS diagnostiziert.

Gut etablierter Risikofaktor

Als mögliche Erklärung für die beobachteten Zusammenhänge nennen die Autorinnen und Autoren unterschiedliche Verläufe des Body-Mass-Index (BMI) bei Kindern mit niedrigem und Kindern mit hohem Geburtsgewicht, die das MS-Risiko beeinflussen könnten. So ist das hohe Geburtsgewicht mit einer frühen Gewichtszunahme und Adipositas im Kindesalter assoziiert – einem gut etablierten Risikofaktor für MS.

Für Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht sind die Befunde weniger eindeutig. Mehrere Studien zeigen in dieser Gruppe einen niedrigeren BMI im Kindesalter, was zu einem geringeren MS-Risiko beitragen könnte. Denkbar ist jedoch auch, dass es in der frühen Entwicklung ein kritisches Zeitfenster gibt, in dem Körperfett einen besonders starken Einfluss auf das MS-Risiko ausübt – Effekte, die durch spätere Veränderungen des BMI möglicherweise nicht mehr kompensiert werden können.

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