Wissen | Gesundheit
01.07.2018

Schützt Kurkuma vor Demenzerkrankungen?

Beobachtungen aus Südostasien geben vielen Betroffenen Hoffnung, den Verlauf der Erkrankung zu mildern.

Eine Beobachtung aus Südostasien: Personen, die häufig Currys aßen, waren geistig leistungsfähiger als solche mit anderen Essgewohnheiten. Dies führte zu dem Verdacht, dass das Curry-Gewürz Kurkuma bzw. dessen Bestandteil Kurkumin vor einer Demenz schützen oder bei einer bereits ausgebrochenen Demenz den Verlauf mildern könnte.

Nur fünf relevante Studien

Diesem interessanten Anhaltspunkt sind die Public-Health-Experten von www.medizin-transparent.at an der Donau-Universität Krems nachgegangen. Sie haben in der wissenschaftlichen Literatur nach den besten Forschungsarbeiten zum Thema „Kurkumin für die Demenzvorbeugung bzw. Demenzlinderung“ gesucht. Die Ausbeute war leider ziemlich mager – fünf relevante Studien wurden ausgewertet.

Keine Wirkung, wenn Diagnose schon vorliegt

Demnach scheint Kurkumin bei Personen, die bereits eine Demendiagnose haben, nichts zu bewirken. Zu möglichen Vorbeugungseffekten durch Kurkumin bei gesunden Menschen gibt es widersprüchliche Studienergebnisse. Versprechungen, die Verkäufer von Kurkumin-Nahrungsergänzungsmitteln machen, sind daher mit sehr viel Vorsicht zu genießen.

Weil die bisher vorliegenden Studien zur Anti-Demenz-Wirkung von Kurkumin teilweise gröbere Mängel haben und die Ergebnisse nicht gut vergleichbar sind, ist weitere Forschung zu Vorbeugung und Behandlung von Demenz notwendig – natürlich nicht mit Kurkumin. Denn der Leidensdruck für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist groß. Darüber hinaus bedeutet die Versorgung und würdevolle Pflege der Erkrankten eine enorme Herausforderung für die Gesellschaft.

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