Linzer Spital liefert geprüfte Online-Infos zu Schwangerschaft und Geburt

Eine schwangere Frau greift sich auf den Bauch.
Fachleute der Barmherzigen Brüder beantworten auf neuem Instagram-Channel brennende Fragen werdender Eltern.

Darf ich mich nach oben strecken? Wie sieht es mit Flugreisen, Sex und Sport in der Schwangerschaft aus? Und die am häufigsten gestellte Frage: Stimmt es, dass ich nicht auf dem Rücken schlafen darf?

„Eine Schwangerschaft ist zum Glück keine Krankheit, aber eine sensible Phase im Leben einer Frau“, sagt Thomas Berger, ärztlicher Direktor des Krankenhauses Barmherzige Brüder in Linz. Früher sei der Familienverband die Hauptinformationsquelle für Schwangere gewesen, das habe sich grundlegend geändert.

„Nun informieren sich viele werdende Eltern auch über soziale Medien, Dr. Google & Co.“ Deswegen habe man sich als Spital für eine Pionierleistung entschieden und den Instagram-Kanal @schwanger_bruederlinz ins Leben gerufen. „Wir holen die Menschen dort ab, wo sie unterwegs sind. In unserem Fall können wir wissenschaftliche, vertrauenswürdige Infos bieten“, erklärt der Initiator des Projekts und Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus, Lukas Hefler.

Antworten auf die häufigsten Fragen

280 Kurz-Videos wurden in den vergangenen Wochen aufgenommen, alle drei Tage kommen neue Inhalte auf die Plattform. Dabei ist der Primar genauso zu hören und zu sehen wie die Hebamme, die Pränataldiagnostikerin, die Stillberaterin oder die Pflegefachkraft. Die Themen orientieren sich an jenen Fragen, die werdende Eltern am meisten interessieren: Wie funktioniert eine ambulante Geburt? Was hat es mit dem Geburtstermin im Eltern-Kind-Pass auf sich? Und warum kann nach der Geburt Blut aus der Nabelschnur entnommen werden?

Auf diese und viele weitere Fragen antworten Fachleute einfach und trotzdem evidenzbasiert. Interaktion mit den Expertinnen und Experten ist derzeit noch nicht möglich, das sei eventuell in einer weiteren Ausbaustufe geplant.

Knapp 77.000 Geburten pro Jahr

76.873 Geburten gab es im Jahr 2024, die endgültigen Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor. 52,5 Prozent davon waren Erstgebärende. „Wir haben viele komplexe Themen zu behandeln und unsere Zeit ist begrenzt. Alle Fragen, die wir mit diesem neuen Format vorab abfangen und dann nicht während einer Untersuchung klären müssen, verschaffen uns mehr Zeit für das Wesentliche“, sagt Christiane Braumann, leitende Oberärztin der Pränataldiagnostik bei den Barmherzigen Brüdern.

Durch die Vielzahl an Informationen aus allen Richtungen gehe manchmal die Leichtigkeit verloren. „Meinungen und Ratschläge aus den sozialen Medien sind nicht optimal, da entstehen oft Missverständnisse und Fehlinformationen.“

Das bestätigt Richard Mayer, leitender Oberarzt der Geburtshilfe am Spital. „Bei Infos aus den sozialen Medien handelt es sich oft um Einzelberichte und -schicksale. Wir wollen und müssen sicherstellen, dass Eltern gute und geprüfte Informationen bekommen.“ Mit der Influencerin, die in der 36. Schwangerschaftswoche begeistert Werbung für einen Dubai-Flug mache, habe er keine Freude, so der Mediziner als Beispiel.

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