Herzkrankheiten: Sterberate in Österreich geht zurück

Eine große Rolle spielt die Ernährung. In welchen Ländern Anstiege zu verzeichnen sind und in welchen Herzerkrankungen zurückgehen.
Ein Mann greift sich zum Herzen.

Fehlernährung zählt zu den wichtigsten Auslösern sogenannter ischämischer Herzkrankheiten, bei denen der Herzmuskel nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wie bei Herzinfarkten. Zwar ist die Sterberate in den vergangenen Jahrzehnten weltweit zurückgegangen, doch der Trend verläuft regional sehr unterschiedlich. Das zeigt eine neue Analyse eines internationalen Forschungsteams mit Beteiligung aus Österreich. Während in Österreich, Westeuropa und Nordamerika deutliche Rückgänge verzeichnet wurden, kam es in Zentralafrika südlich der Sahara zu einem Anstieg.

Ischämische Herzerkrankungen, also Koronargefäßerkrankungen mit verminderter Durchblutung des Herzens, gehören weiterhin zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Die Ernährung gilt dabei als einer der zentralen, beeinflussbaren Risikofaktoren. Forschende um Min Seo Kim vom Massachusetts General Hospital in Boston (USA) analysierten globale Daten aus dem Zeitraum 1990 bis 2023 und berechneten Todesfälle, die auf 13 unterschiedliche Ernährungsfaktoren zurückzuführen sind. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Nature Medicine“ veröffentlicht.

Starke Rückgänge in westlichen Industrieregionen

Den größten Rückgang bei ernährungsbedingten Todesfällen durch ischämische Herzkrankheiten verzeichnete seit 1990 die Region um Australien mit einem Minus von 77 Prozent. Es folgen Westeuropa mit minus 70 Prozent sowie der einkommensstärkere Teil Nordamerikas mit minus 64 Prozent. Demgegenüber steht in Zentralafrika südlich der Sahara ein Anstieg um 21 Prozent. Dort seien Unterernährung und ein eingeschränkter Zugang zu schützenden Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Obst und Gemüse häufige Ursachen. 

In Industrieländern hingegen spielen vor allem der hohe Konsum von verarbeitetem Fleisch und zuckerhaltigen Getränken eine zentrale Rolle. Für Österreich weist die Studie einen Rückgang der altersstandardisierten Sterberate von 62 Prozent aus, weltweit beträgt das Minus 44 Prozent.

Hoher Salzgehalt und zu wenig Nüsse und Obst

Global betrachtet sind ernährungsbedingte Todesfälle vor allem auf einen geringen Verzehr von Nüssen und Samen, Vollkornprodukten und Obst sowie auf einen hohen Natrium- beziehungsweise Salzgehalt in der Ernährung zurückzuführen. Das geht aus der Studie hervor, an der unter anderem die Medizinischen Universitäten Graz und Innsbruck sowie die Universität für Weiterbildung Krems (Donau-Uni) beteiligt waren. Während die Belastung durch Transfettsäuren und verarbeitetes Fleisch im untersuchten Zeitraum deutlich abnahm, gab es bei zuckerhaltigen Getränken und Natrium nur minimale Verbesserungen.

Nach Berechnungen der Forschenden war eine suboptimale Ernährung allein im Jahr 2023 für mehr als vier Millionen Todesfälle durch ischämische Herzkrankheiten verantwortlich. Zudem gingen im selben Jahr knapp 97 Millionen gesunde Lebensjahre verloren.

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