Schon zwei Tage mit Haferflocken senken den Cholesterinspiegel

Ein Löffel mit Haferflocken.
Das LDL‑Cholesterin sank in einer Studie innerhalb von zwei Tagen um 10 Prozent. Eine Studie der Universität Bonn zeigt, wie stark Hafer auf Stoffwechsel und Darm wirkt.

Wer Haferflocken in die Ernährung einbaut, kann schon innerhalb von zwei Tagen seinen Cholesterinspiegel senken. Das zeigt eine Studie der Universität Bonn, die in Nature Communications veröffentlicht wurde. Untersucht wurden Menschen mit metabolischem Syndrom – einer Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck sowie erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten.

Die Teilnehmenden ernährten sich zwei Tage lang kalorienreduziert und fast ausschließlich von Haferflocken. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe verbesserten sich ihre Cholesterinwerte deutlich. Selbst sechs Wochen später war der Effekt noch messbar. Eine wichtige Rolle scheint dabei das Darmmikrobiom zu spielen.

Insgesamt nahmen 32 Frauen und Männer an der Haferkur teil. Sie aßen an beiden Tagen jeweils 300 Gramm Haferflocken und nahmen dabei nur gut die Hälfte der üblichen Kalorien zu sich. Eine Kontrollgruppe erhielt ebenfalls eine kalorienreduzierte Diät, jedoch ohne Hafer.

LDL-Cholesterin sank um 10 Prozent

„Der Spiegel des besonders schädlichen LDL-Cholesterins sank bei ihnen um 10 Prozent - das ist eine substanzielle Reduktion, wenn auch nicht ganz vergleichbar mit der Wirkung moderner Medikamente“, erklärt Studienleiterin Marie-Christine Simon von der Universität Bonn. Zudem verloren die Teilnehmenden im Schnitt zwei Kilo Gewicht, auch der Blutdruck sank leicht.

Die Forschenden beobachteten, dass Hafer das Wachstum bestimmter Darmbakterien fördert. Diese produzieren unter anderem phenolische Verbindungen wie Ferulasäure, die den Cholesterinstoffwechsel positiv beeinflussen können. Andere Bakterien bauen Stoffe ab, die mit Insulinresistenz in Verbindung stehen.

„Eine kurze Haferkur in regelmäßigen Abständen könnte eine gut verträgliche Möglichkeit sein, den Cholesterinspiegel im Norm-Bereich zu halten und einem Diabetes vorzubeugen“, so Simon.

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