Corona: Warum ein Schnupfen derzeit sogar hilfreich sein kann

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Schweizer Studie bestätigt: Schnupfen-Coronaviren dürften zumindest vorübergehend gegen Covid-19-Viren schützen.

Zwischen den Coronaviren, die Husten, Schnupfen und Heiserkeit hervorrufen, und SARS-CoV-2 besteht eine offenbar enge Verbindung. Eine Infektion mit den harmlosen saisonalen bekannten Coronaviren dürfte zumindest vorübergehend vor Covid-19 schützen. Das ist seit Längerem bekannt. Neue Hinweise für kreuzreaktive Antikörper hat jetzt ein Schweizer Wissenschafterteam gefunden.

Klassische Erreger

SARS-CoV-2 ist nicht das einzige Coronavirus, das beim Menschen vorkommt. Vier ähnliche Viren - OC43, HKU1, NL63 und 229E - sind klassische Erreger von saisonal auftretenden Erkältungen.

"Betroffen sind vor allem Kinder in den ersten Lebensjahren. Später stellt sich eine Immunität ein, die Erwachsene vor den für sie möglicherweise schwereren Erkrankungen schützt", schrieb das deutsche Ärzteblatt zu den wissenschaftlichen Ergebnissen. Die entsprechende Studie der Züricher Wissenschafterin Alexandra Trkola ist vor wenigen Tagen in Nature Communications erschienen.

Speziell entwickelter Test

In der Studie wurde der Einfluss einer Immunität gegen die "alten" Coronaviren auf das Infektionsrisiko durch SARS-CoV-2 und das Erkrankungsrisiko an Covid-19 untersucht.

Das Autorenteam von der Universität Zürich untersuchte mit einem speziell entwickelten Test die Menge an unterschiedlichen Antikörpern gegen die seit langem bekannten, beim Menschen vorkommenden saisonalen Coronaviren im Serum von 825 Blutspendern aus der Zeit vor dem Auftreten von SARS-CoV-2. Verglichen wurden sie mit 389 Proben von Spendern, die an Covid-19 erkrankt waren.

Weniger häufig hospitalisiert

"Die Forschenden konnten zeigen, dass Personen, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert hatten, geringere Mengen an Antikörpern gegen die Erkältungs-Coronaviren hatten. Zudem mussten SARS-CoV-2-Infizierte mit hohen Antikörperwerten gegen die harmlosen Coronaviren weniger häufig hospitalisiert werden", hieß es in einer Aussendung der Schweizer Universität.

Studienautorin Trkola kommentierte die Resultate so: "Laut unseren Ergebnissen führt eine stärkere Antikörperreaktion gegen humane Coronaviren auch zu höheren Antikörpermengen gegen SARS-CoV-2. Eine Person, die gegen harmlose Coronaviren eine Immunität hat, ist somit auch besser vor schweren Verläufen bei einer SARS-CoV-2-Infektionen geschützt."

Was noch zu klären ist

Offen ist, ob diese Kreuzreaktivität auch umgekehrt funktioniert. Ob also eine Immunität gegen SARS-CoV-2 - beispielsweise durch eine Impfung - vor anderen menschlichen Coronaviren schützt. "Sollte eine SARS-CoV-2-Immunität auch einen gewissen Infektionsschutz vor anderen Coronaviren bieten, würden wir einem umfassenden Schutz gegen Coronaviren, also auch neu auftretenden Varianten, einen großen Schritt näherkommen", wurde die Züricher Virologin von ihrer Universität zitiert.

Für diese Annahme spricht jedenfalls, dass eine kreuzreaktive Schutzwirkung eben nicht nur auf Antikörpern basiert, sondern sehr wahrscheinlich auch auf T-Zellen.

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