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Wissen Gesundheit
01/25/2021

Corona-Maßnahmen: Warum es zum Preisverfall bei FFP2-Masken kam

Mit dem Bekanntwerden der Maskenpflicht stieg die Nachfrage – und die Kosten sanken. Doch Unterschiede bleiben.

von Ingrid Teufl

Innerhalb weniger Monate von einem Stückpreis über 10 Euro in Apotheken und Fachgeschäften zu 59 Cent im Supermarkt – wenn nicht sogar gratis: Bei FFP2-Masken kam es zu einem deutlichen Preisverfall. Warum diese höherwertigen Atemschutzmasken jetzt plötzlich um ein Vielfaches günstiger wurden, sorgt für Diskussionen.

Zumal die Preisgestaltung mitunter noch immer recht unterschiedlich ausfallen kann, auch abseits von Internet- oder Großbestellungen. Manche vermuten, dass etwa Apotheken mit individuellen Aufschlägen agieren. Ein KURIER-Rundruf in Apotheken vor zehn Tagen ergab durchschnittlich 5 bis 6 Euro pro Maske.

Fakt ist: Bei FFP2-Masken gibt es keine Fixpreise. Je nach Hersteller und Produktionsort (z. B. China, Europa, Österreich) kursieren unterschiedliche Preise. „Der Preis von FFP2-Masken auf dem internationalen Markt schwankt extrem“, sagt Johann Baumgartner von der Apothekerkammer (ÖAK). „Allein 2020 ist der Großhandelspreis um mehrere hundert Prozent gestiegen und auch gesunken.“

Zeitpunkt des Einkaufs

Dass mitunter noch immer teurere Masken verkauft werden, erklärt er mit dem Einkauf. „Für den Preis sind daher der Zeitpunkt des Kaufs, der Produktionsstandort (Österreich, Europa, China, etc.), die gekaufte Menge sowie Einzel- oder Großpackung entscheidende Kriterien.“ Er gibt zu bedenken: „Die heimischen Apotheken können als kleine Einzelunternehmer nicht wie internationale Einzelhandelsriesen kalkulieren.“ Die ÖAK unterstütze dabei, günstige Anbieter zu finden.

Auch bei Supermarktketten kosteten FFP2-Masken bis vor zwei Wochen noch rund 6 Euro. „Dann reagierte der Markt erneut dynamisch auf die Maskenpflicht in Deutschland und Österreich. Die Preise sanken drastisch“, sagt Baumgartner. Bei Spar hält man den Einzelpreis mit 0,59 Euro „bewusst niedrig“. Beim Kauf gebe es allerdings eine Mengenbeschränkung auf fünf Stück.

Extreme Nachfrage

Über die Preiskalkulation wollte Sprecherin Nicole Berkmann keine Auskunft geben. Der niedrige Preis sei, ebenso wie die Gratisausgabe für den Einkauf, ein Service gegenüber den Kunden. Sie bestätigt aber unterschiedliche Einkaufspreise. Man beziehe aus Österreich, Europa und China.

Die Produzenten registrierten seit Bekanntgabe der Maskenpflicht eine „extreme Nachfrage“, berichtet Filip Miermans vom heimischen Hersteller „Hygiene Austria“. Pro Monat werden derzeit zehn Millionen FFP2-Masken produziert. Die Preise seien seitens der Firma stabil. „Geringfügige Änderungen ergeben sich aus der maximalen Auslastung der Maschinen.“Ingrid Teufl

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