Australierin stirbt nach Hepatitis-A-Infektion durch Granatapfel

Das Verbreitungsgebiet des Granatapfels liegt im westlichen bis mittleren Asien, von der Türkei über den Kaukasus östlich bis in… © Bild: Getty Images/iStockphoto/levkr/IStockphoto.com

Die 64-Jährige starb an den Folgen der Erkrankung, mit der sie sich beim Verzehr von Granatapfelkernen ansteckte.

Eine 64-jährige Australierin ist laut der Gesundheitsbehörde des australischen Bundesstaates South Australia gestorben, weil sie sich beim Verzehr von Granatapfelkernen mit Hepatitis A infiziert hatte.

Produktrückruf

Der Todesfall ereignete sich vor rund zwei Monaten nachdem die australische Gesundheitsbehörde gefrorene Granatapfelkerne der Marke Creative Gourmet zurückgerufen hatte. Anfang Mai folgte eine neuerliche Aussendung zum Produktrückruf mit der Warnung, dass die 180 Gramm schweren Päckchen mit einem Ausbruch von Hepatitis A im Bundesstaat New South Wales in Verbindung gebracht wurden. In Summe erkrankten 24 Menschen an Hepatitis A, nachdem sie die Kerne gegessen hatten, wie es in der Aussendung heißt.

Weitere Erkrankungsfälle seien aktuell nicht mehr zu erwarten, da die Produkte mittlerweile aus allen Supermarktregalen verschwunden seien, betonte Paddy Phillips, oberster Gesundheitsbeamter von South Australia in einer Aussendung laut BBC. "Die Mehrheit der Menschen, die sich mit Hepatitis A anstecken, erholen sich vollständig und der Tod der Frau ist der einzige Todesfall, der mit diesem zurückgerufenen Produkt landesweit in Zusammenhang steht", so Phillips. Und weiter: "Die Inkubationszeit für Hepatitis A liegt bei 15 bis 50 Tagen, also erwarten wir keine weiteren Fälle, da das Produkt bereits vor zwei Monaten zurückgerufen wurde."

Creative Gourmet ist ein Konzern mit Sitz in Australien, der gefrorene Früchte vertreibt und diese an Supermärkte und Restaurants in ganz Australien liefert. Die betroffenen Kerne kamen von Granatapfel-Plantagen aus Ägypten, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Zunahme von Fällen in Österreich

Hepatitis A ist laut Gesundheitsministerium eine Virusinfektion, die die Leber angreift und durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht wird, welches vor allem in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen vorkommt. Durch die vom Virus verursachte Entzündung der Leber kommt es meist zu Allgemeinbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Müdigkeit und darauffolgend zum Auftreten der Gelbsucht. Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist ohne Krankheitszeichen, bei Erwachsenen nimmt der Verlauf an Schwere zu: ab dem 40. Lebensjahr beziehungsweise bei Personen mit vorgeschädigter Leber kann die Krankheit tödlich verlaufen. Bei Hepatitis A gibt es im Gegensatz zur Hepatitis B und C keinen langandauernden, chronischen Verlauf und keine spezifische medikamentöse Behandlung. Die Behandlung besteht in unterstützenden Maßnahmen wie etwa dem Absenken des Fiebers oder Medikamenten gegen die Übelkeit.

Durch die gute Hygienelage in Österreich wird das Hepatitis-A-Virus laut Gesundheitsministerium meist auf Reisen erworben oder durch andere Auslandsaufenthalte eingeschleppt. Allerdings ist es in den letzten Jahren zu einer Zunahme von Hepatitis-A-Fällen durch den Konsum von kontaminierten Speisen und Lebensmitteln in Österreich gekommen. Vorbeugen kann man mittels einer Impfung, die für Erwachsene und Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr verfügbar ist.

( kurier.at , pama ) Erstellt am 11.06.2018