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18.06.2018

Asthma-Impfung: Neuer Ansatz durch Chip

Mediziner an der MedUni Wien identifizieren erstmals gefährliche Rhino-Virenstämme durch Bluttest.

Bis zu 80 Prozent aller Asthmaanfälle werden durch Rhinoviren, sogenannte Schnupfenviren, ausgelöst. Welche Virenstämme dafür genau verantwortlich sind, kann nun erstmals durch einen Bluttest mittels Chip ermittelt werden – und vor allem für Kinder ein wichtiges medizinisches Hilfsmittel sein.

Forscher der MedUni Wien entwickelten den Rhinovirus-Chip, der alle großen Virengruppen umfasst. In ihrer ersten Studie konnten mit der neuen Methode die zugrunde liegenden Rhinovirusinfektionen bei Asthmaanfällen von Kindern nachgewiesen werden. Dafür haben die Forscher bei 120 Kindern, die bereits unter Lungenkrankheiten leiden, während und nach Asthmaanfällen Blut entnommen.

Schnupfen-Impfung geplant

Durch den Bluttest kann im Labor auch unmittelbar festgestellt werden, um welche Asthmaart es sich handelt: "Wir können durch den Test bereits in der Klinik sicher sagen, ob Patienten unter Asthma leiden, das durch Rhinoviren ausgelöst wird oder ob Allergene die Ursache sind", erklärt Erstautorin Katarzyna Niespodziana. Damit sollen zukünftig Falschbehandlungen vermieden werden.

Für Kinder ist Asthma besonders gefährlich: Sie sind dadurch viel anfälliger für Allergien und Lungenerkrankungen. Aber auch Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen können durch die Viren in Lebensgefahr geraten.

Mit den Studienergebnissen wollen die Mediziner nun gezielt weiter an einem Impfstoff arbeiten, der die asthmaauslösenden Virenstämme im Zuge einer „Schnupfen-Impfung“ abdecken kann.

Niespodziana: „Diese haben aufgrund ihrer Gefährlichkeit Priorität gegenüber den normalen Schnupfenviren.“