Aggressive Hautkrankheit für Experten „beängstigend“

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Eine Epidemie der Krankheit Buruli Ulkus in Australien lässt Ärzte rätseln. Bakterien zerstören dabei Haut und Gewebe.

Ärzte in Australien schlagen Alarm: Eine aggressive Hautkrankheit breitet sich im Bundesstaat Victoria aus – doch keiner weiß genau, warum. In einem Fachartikel im Medical Journal of Australia sprechen sich Infektiologen für eine dringende Untersuchung aus.

Fälle der Krankheit, die sonst vor allem in Afrika vorkommt, sind in der Region in den vergangenen vier Jahren um 400 Prozent angestiegen. Allein 2017 infizierten sich 275 Menschen, was einem Anstieg von 51 Prozent gegenüber 2016 entspricht. Einer der Autoren des Fachartikels, der Experte für Infektionskrankheiten Daniel O’Brien, sagte gegenüber BBC, dass die australischen Fälle von Buruli Ulkus in der Region „erschreckend häufiger und auch schwerer“ geworden seien. „Die Epidemie hat beängstigende Ausmaße angenommen“, so O’Brien.

"Fleischfressendes" Geschwür

Die Hautkrankheit wird durch das Bakterium Mykobakterium ulcerans verursacht. Sie setzen Giftstoffe frei, die Hautzellen, kleine Blutgefäße und das Fett unter der Haut zerstören, was zu Geschwüren und Hautverlust führt. Sie wird deshalb auch als "fleischfressende Krankheit" bezeichnet. Das Geschwür wird mit der Zeit größer und kann zu einer dauerhaften Entstellung sowie Einschränkung der Beweglichkeit führen. Meist sind die Gliedmaßen betroffen, aber auch das Gesicht und der restliche Körper.

Die Geschwüre sind zwar mit Antibiotika zu behandeln, viele Patienten brauchen aber sechs bis zwölf Monate, um sich zu erholen. Ein großer Teil muss sich rekonstruktiver Chirurgie unterziehen. Üblicherweise kommt Buruli Ulkus am häufigsten im ländlichen Westafrika, Zentralafrika, Neuguinea, Lateinamerika und tropischen Regionen Asiens vor.

Übertragung unbekannt

Bisher weiß man nicht, wie die Krankheit auf den Menschen übertragen wird. Es wird angenommen, dass die Bakterien aus der Umwelt und dem Boden stammen. Eine Theorie geht davon aus, dass sie von Moskitos übertragen werden. O’Brien: „Niemand versteht, was passiert und was diese Epidemie antreibt. Wir können Hinweise anbieten, aber keinen definitiven Rat. Es ist ein Mysterium.“

Einige Theorien beziehen Faktoren wie Niederschlag, Bodenart und Tiere mit ein. Vergangenes Jahr fanden die lokalen Behörden etwa Spuren von Bakterien in Possumfäkalien.

( kurier.at , ege ) Erstellt am 17.04.2018