Wissen
05.03.2018

Vermeintliche Blase führte zu Beinamputation

Was aussah wie eine einfache Druckstelle, war eine lebensgefährliche Infektion.

Zuerst dachte der Amerikaner Raul Reyes, dass er eine normale Blase am Fuß hat. Doch als er am nächsten Tag aufwachte, bedeckte die Blase seinen ganzen Fuß. Im Spital wurde festgestellt, dass es nicht um eine normale Druckstelle handelt, sondern sich vielmehr eine lebensbedrohende Infektion mit Bakterien auf dem Fuß ausbreitete.

Die sogenannte nekrotisierende Fasziitis ist eine sehr heftig verlaufende Infektionskrankheit der Unterhaut und Faszien. Zunächst kommt es zu unspezifischen Symptomen wie Schmerzen und Fieber. Kurz darauf schwellen die befallenen Stellen an, werden heiß, verfärben sich bläulich-rot und werfen Blasen. Das betroffene Gewebe muss so rasch wie möglich entfernt werden, da es sonst sehr rasch zu einem großflächigen Absterben der Haut und in weiterer Folge zum Tod kommt.

Bei dem 26-jährigen Reyes aus Houston in den USA sollte das Gewebe am betroffenen Fuß in einer Notoperation entfernt werden. Doch die Bakterien hatten sich bereits so stark ausgebreitet, dass sein ganzes Bein amputiert werden musste, um sein Leben zu retten.

Die schwer verlaufende Erkrankung ist extrem selten – man geht von 0,4 bis einem Fall je 100.000 Personen pro Jahr aus. In den USA sind seit 2010 Schätzungen zufolge 700 bis 1100 Fälle aufgetreten. Die Bakterien gelangen meist über offene Wunden oder Schnitte in den Körper. Menschen mit Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen sowie verminderter Immunabwehr sind eher betroffen als andere.