Abnehmspritzen wirken bei Frauen besser

Der Gewichtsverlust bei Frauen war deutlich höher als bei Männern, zeigt eine Analyse von US-Wissenschaftlern.
Zwei Medikamentenpackungen mit den Namen Wegovy und Ozempic liegen nebeneinander auf einer Oberfläche.

Zusammenfassung

  • Abnehmspritzen auf Basis von GLP-1-Rezeptoragonisten wirken bei Frauen mit Adipositas besser als bei Männern.
  • Die Analyse von 41 Publikationen und 64 klinischen Studien zeigte keine signifikanten Unterschiede nach Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Herkunft, BMI oder HbA1c.
  • Der Grund für den geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Abnehmeffekt ist noch nicht geklärt.

Die Abnehmspritzen auf der Basis von sogenannten GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) haben bei Frauen mit Adipositas eine bessere Wirkung als bei Männern

Andere Unterschiede für verschiedene Personengruppen gibt es nicht. Das hat eine Analyse von US-Wissenschaftern gezeigt, die aktuell Online von der Zeitschrift der amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA Internal Medicine) veröffentlicht worden ist.

"GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) stellen eine neue Klasse von Medikamenten dar, die zur Behandlung chronischer Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und/oder Adipositas zugelassen sind. Es ist jedoch unklar, ob die Wirksamkeit dieser Medikamente in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Body-Mass-Index (BMI) und HbA1c-Ausgangswert (mittelfristiger Blutzuckerwert; Anm.) variiert", schrieben Caleb Alexander vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health (Baltimore/US-Bundesstaat Maryland), und seine Co-Autoren in der jetzt erschienenen Untersuchung (doi: 10.1001/jamainternmed.2025.8222).

Hoffnung für Millionen Betroffene - Milliarden-Pharma-Geschäft

Weltweit gelten die Abnehmspritzen mit Wirkstoffen wie Semaglutide, Liraglutide, Exenatide, Lixisenatide, Dulaglutide oder Tirzepatide bei steigenden Zahlen von Adipositas-Patienten als große Hoffnung für die Betroffenen und als Milliardengeschäft für die Pharma-Industrie. Solche Medikamente in Tablettenform könnten in Zukunft zu einer noch breiteren Verwendung des Therapieprinzips führen. Doch umfassende Informationen zum Effekt der Arzneimittel auf bestimmte Personengruppen haben bisher gefehlt.

Die US-Wissenschafter werteten deshalb 41 wissenschaftliche Publikationen und 64 klinische Studien mit per Zufall zu Vergleichsgruppen zugeteilten Probanden aus. Von den GLP-1-Rezeptoragonisten waren dabei am häufigsten Semaglutide und Dulaglutide angewendet worden. Zu Tirzepatide gab es keine Analyse.

Ursache noch nicht geklärt

Die Ergebnisse sprechen ziemlich deutlich für einen geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Abnehmeffekt durch die Medikamente. Die US-Wissenschafter: "In sechs Studien (19.906 Patienten), die nach Geschlecht analysiert wurden, war der Gewichtsverlust bei Frauen (minus 10,9 Prozent vom Ausgangswert) höher als bei Männern (minus 6,8 Prozent). Wir fanden keine statistisch signifikanten Unterschiede hinsichtlich Alter (sieben Studien mit 4.314 Patienten), ethnischer Zugehörigkeit (neun Studien, 25.229 Patienten), Herkunft (sieben Studien, 8.328 Patienten), Ausgangs-BMI (15 Studien, 9.473 Patienten in drei Analysen) oder Ausgangs-HbA1c-Wert (vier Studien, 1.886 Patienten)."

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