Wissen
06.06.2018

Eingeschleppte Giftkröten bedrohen Madagaskars Tierwelt

Die einheimische Fauna besitzt keinen Abwehrmechanismus gegen die Krötenart aus dem südostasiatischen Raum.

Eingeschleppte Schwarznarbenkröten machen der Tierwelt Madagaskars zu schaffen. Sie töten mit ihrem Gift nicht nur ihre Fressfeinde, sondern machen den einheimischen Arten auch die Nahrungsquellen streitig. Das berichten ein internationales Wissenschafterteam im Fachmagazin Current Biology.

Fauna überfordert

Der Studie zufolge kann die heimische Fauna dem eingewanderten Allesfresser mit dem lateinischen Namen Duttaphrynus melanostictus nichts entgegensetzen. Von 77 untersuchten madagassischen Arten, die Kröten möglicherweise fressen, sei mit einer Ausnahme keine einzige gegen das Gift immun. Warum sich ein Nagetier dagegen als unempfindlich erwies, können die Experten noch nicht erklären.

"Unsere Ergebnisse bestätigen, dass die invasiven Kröten wahrscheinlich große Auswirkungen auf viele endemische Arten in Madagaskar haben werden, was die bestehenden Naturschutzprobleme des Landes weiter verschärft", sagte Mitautorin Friederike Woog vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart. Viele bekannte Arten seien gefährdet.