Wirtschaft
20.11.2018

Zweite Millionenpleite eines Lüftungsanlagen-Bauers

61 Mitarbeiter und rund 400 Gläubiger sind betroffen.

Die Mitarbeiter der „Troges“ Gesellschaft für Trocknungs- Wärmetechnik mit beschränkter Haftung und Sitz in Wien 22 haben schon viel mitgemacht. Nach der ersten Insolvenz Anfang Mai 2017 sollte es eigentlich wieder bergauf gehen, wurde doch der Sanierungsplan Ende Juni 2017 von den Gläubigern abgesegnet. Doch jetzt ist der Lüftungsbau-Firma laut KSV1870 erneut die Luft ausgegangen und sie musste den Weg zum Konkursgericht antreten.

„Die letzten für die vollständige Entschuldung erforderlichen Teilzahlungen konnten nicht mehr beglichen werden, weil das angestrebte Sanierungskonzept nicht verwirklicht werden konnte. Neben der Höhe nach noch unbekannten Schadensfällen seien weiters Umsatzrückgänge haben die Insolvenz verursacht“, teilt der Gläubigerschutzverband Creditreform mit. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen 61 Mitarbeiter, 2016 waren es noch 108 Personen. Rund 400 Gläubiger sind von der Pleite betroffen.

Die Schulden werden mit 1,9 Millionen Euro beziffert, die Aktiva bestehen angeblich aus offenen Forderungen in Höhe von 1,25 Millionen Euro. Das Unternehmen hält vier Marken: Airset, Bonobox, Troair und Troges. Dazu muss man wissen, dass das Unternehmen bereits 1947 gegründet worden ist.

 

„Eine kurzfristige Unternehmensfortführung wird von der Schuldnerin angestrebt, um das Warenlager und allfällige Unternehmensteile bestmöglich zu verwerten“, teilet Tanja Schartel vom KSV1870 mit. „Die Insolvenzverwalterin wird prüfen, ob dies im Interesse der Gläubiger liegt.“

Die erste Pleite

Am 8.Mai 2017 wurde über die Frima Troges ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung (30 Prozent Quote) eröffnet. "Im Zuge des Sanierungsverfahrens erfolgte die Finanzierung des Fortbetriebes aus den laufenden Einnahmen auf der Basis einer Factoring-Vereinbarung. Diese und massive Personalreduktionen waren die Voraussetzungen für die Unternehmensfortführung", heißt es im Bilanzlagebericht 2016. "Die Gesellschaft leitete, begleitet vom Sanierungsverwalter, Verwertungsmaßnahmen zur Aufbringung der Barquote ein. Hierfür wurden im Wesentlichen eine nicht betriebsnotwendige Beteiligung, eine Liegenschaft sowie der Betrieb einer Tochtergesellschaft verkauft." Detail am Rande: 2016 betrugen die Verbindlichkeiten rund 3,45 Millionen Euro.

Später wurde der Sanierungsplan auf 20 Prozent Quote abgeändert. Die Insolvenzgläubiger erhielten elf Prozent nach Bestätigung des Sanierungsplans, vier Prozent sollten nach weiteren zwölf Monaten und die restlichen fünf Prozent Ende Juli 2019 bezahlten werden. Alleineigentümer der Firma Troges ist Stephan Braunegg.

Zur Insolvenzverwalterin wurde die Wiener Rechtsanwältin Denise Rohringer bestellt.