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Wirtschaft
01/16/2020

Zusatzpension für alle Österreicher gefordert

Neue Abfertigungen sollten steuerfrei in die privaten Kassen überführt und zur Zweitrente werden.

von Kid Möchel

Nach deutlichen Veranlagungsverlusten im Jahr 2018 haben die privaten Pensionskassen im Vorjahr wieder ordentlich Oberwasser bekommen. Mit einem Veranlagungsmix aus rund 60 Prozent Anleihen, 31 Prozent Aktien und fast sieben Prozent Immobilien erzielten sie eine Performance in Höhe von 11,8 Prozent. Über die vergangenen zehn Jahre machte das eine durchschnittliche Wertsteigerung in Höhe von 4,41 Prozent.

Die Veranlagung der Pensionskassen verläuft langfristig, kurzfristig wird wenig verändert. Nur der Anteil der Veranlagung in Immobilien lag früher bloß bei drei Prozent.

„Die Pensionskassen haben im Vorjahr 704 Millionen Euro an mehr als 111.000 Pensionisten ausbezahlt“, sagt Andreas Zakostelsky, Pensionskassen-Fachverbandsobmann in der Wirtschaftskammer Österreich.

Da die Zahl der sehr hohen Pensionen von Jahr zu Jahr zurückgeht, ist die durchschnittliche Zusatzpension von 468 Euro auf 451 Euro pro Monat gesunken. Fakt ist auch, dass die acht Pensionskassen mittlerweile rund 24,6 Milliarden Euro Vermögen für rund 976.500 Personen verwalten. Das ist ein Viertel aller hierzulande unselbstständig erwerbstätigen Personen.

Zweite Säule

Doch Zakostelsky schwebt „eine Zusatzpension für alle Österreicher“ vor. Das würde künftig die Kaufkraft stärken und einen positiven Impuls für die österreichische Volkswirtschaft und den Erhalt von Lebensqualität bedeuten.

Diese nicht ganz neue Vision wird auf dem türkis-grünen Regierungsprogramm genährt, laut dem der Rahmen für einen General-Pensionskassenvertrag geschaffen werden soll. Oder anders gesagt: Die zweite Säule der Altersvorsorge, die sogenannte betriebliche Vorsorge, soll ausgebaut werden.

Doch diese Pläne hatte schon die türkis-blaue Regierung. Laut Fachverband sollte durch einen solchen Generalpensionskassen-Vertrag die steuerfreie Übertragung von neuen Abfertigungsansprüchen in die Pensionskasse ermöglicht werden. Aus der Einmalauszahlung der Abfertigung sollte eine monatliche Zusatzpension werden – mit einer „fixen Liegedauer“ „Es wäre sinnvoll, wenn die Gelder aus der Abfertigung neu bis zum Pensionstritt drinnen liegen gelassen werden“, meint Zakostelsky.

Steuerfreie Beiträge

Indes sind im Vorjahr 29.000 „Kunden“ neu dazugekommen. 88 Prozent aller Neuverträge stammen von Klein- und Mittelbetrieben mit durchschnittlich 14 Mitarbeitern. Das war auch in den vorangegangenen zwei Jahren ähnlich.

Dabei beklagt Zakostelsky, dass ein Installateurbetrieb die Pensionskassen-Beiträge für seine Mitarbeiter bei der Steuer absetzen kann, der geschäftsführender Gesellschafter dieses Installateurbetriebs seine eigenen Beiträge aber nicht. Das sollte laut Zakostelsky die neue Regierung ändern.