Automobilzulieferer ZKW baut in Niederösterreich 600 Mitarbeiter ab
Das Jahr beginnt mit einer weiteren Bad News aus der heimischen Industrie. Der Automobilzulieferer ZKW, spezialisiert auf Licht- und Elektroniksysteme im Fahrzeug, baut bis Ende 2027 an seinen Standorten in Niederösterreich insgesamt 600 Stellen ab. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in einer Aussendung mit. Begründet wird die Maßnahme mit hohem Kostendruck, geringeren Erträgen und schwächeren Umsatzaussichten.
Hauptbetroffen ist der Standort in Wieselburg, wo in Summe rund 570 Jobs wegfallen werden. 30 Arbeitsplätze bei ZKW in Wiener Neustadt sind ebenfalls betroffen. Die Maßnahme ist Teil eines weltweiten Programms, in dessen Rahmen 2.300 Stellen gestrichen werden.
ZKW-Produktion in Wieselburg/NÖ
Die ZKW Group gehört seit 2018 zum koreanischen Elektronikkonzern LG und verfügt über zwölf Standorte. 2024 beschäftigte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge rund 10.000 Personen und erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von rund 1,55 Mrd. Euro. In Österreich sind aktuelle rund 2.250 Mitarbeiter beschäftigt, 1.900 davon in der Produktion.
Konkret werden bis Ende 2027 in Wieselburg rund 470 Stellen bei ZKW Lichtsystems und 100 Jobs bei der ebenfalls am selben Ort ansässigen Firma ZKW Group abgebaut. „Der Abbau hat sich schon länger abgezeichnet“, sagt Patrick Slacik von der Produktionsgewerkschaft Pro-Ge zum KURIER. Der Betriebsrat habe daher vorsorglich den bereits ausverhandelten Sozialplan bis Ende 2027 verlängert.
Bereits bis Ende 2024 wurden im Zuge einer Werksverkleinerung in Wieselburg 600 der 2.600 Arbeitsplätze gestrichen.
ZKW-Produktion in Wieselburg
Maßnahme soll Fortbestand des Werks sichern
"Als verantwortungsvoller und einer der größten Arbeitgeber der Region war die Anpassung des Personals an die Marktsituation eine schwierige, aber notwendige Entscheidung, um den Fortbestand des Standorts zu sichern", betonte Hermann Seitz, Standortleiter der ZKW Lichtsysteme GmbH in Wieselburg.
"Auch an unseren österreichischen Standorten werden Einsparungen auf allen Ebenen nötig sein. Dennoch bilden das Wissen und die Kernkompetenzen aus Österreich die Grundlage für den zukünftigen Erfolg von ZKW", wird ZKW-Group-CEO Wonyong Hwang zitiert. Die Krise der Automobilindustrie sei einer der stärksten Treiber für die aktuelle Situation. "Wir müssen jetzt auf den Rückgang bei Umsatz und Aufträgen sowie auf die schwächeren Umsatzprognosen reagieren, um die Zukunft unseres Unternehmens langfristig abzusichern“, so Hwang.
Historie von ZKW reicht bis zum Jahr 1938 zurück
ZKW wurde 1938 von Karl Zizala in Wien gegründet. Seine und das Kürzel "W" für Wien bilden auch den Firmennamen. 1954 wurde der Betrieb um das Werk in Wieselburg erweitert, 1982 übernahm die Familie Mommert das Unternehmen. Ursprünglich baute ZKW Metallkomponenten für Motorrad- und LKW-Hersteller, spezialisierte sich später aber auf Lichtsysteme und Elektronik. 1989 wurde der erste Pkw-Scheinwerfer serienmäßig produziert.
Heute werden vor allem Haupt- und Nebelscheinwerfer, Blinkleuchten, Innen- und Kennzeichenleuchten sowie Elektronikmodule gefertigt. Zu den Kunden zählen viele namhafte Automarken. 2018 übernahm der koreanische Elektronikriese LG das Unternehmen für 1,1 Mrd. Euro und gab den Beschäftigten eine fünfjährige Jobgarantie.
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