Kleine Bestellungen über das Smartphone ließen bei Zalando die Versandkosten in die Höhe schnellen.

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Wirtschaft
05/02/2019

Zalando verlangt in immer mehr Ländern Versandgebühren

Neuerdings müssen auch Skandinavier zahlen. In Österreich ist die Zustellung noch kostenlos.

Europas größter Online-Modehändler Zalando will in weiteren Ländern Versandgebühren für kleinere Bestellungen einführen, um seine
Profitabilität zu steigern. Firmenchef Rubin Ritter kündigte am Donnerstag an, das bereits in Italien, Spanien, Großbritannien und Irland laufende Bestellkonzept in den kommenden Wochen auf die skandinavischen Länder auszuweiten.

In Österreich, der Schweiz und Deutschland sollten nach wie vor kostenlose Bestellungen möglich sein. Die Einführung von Mindestbestellwerten habe bislang keinerlei Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit gezeigt, sagte Ritter. Zalando ist in 17 Ländern aktiv und bietet neben Kleidung auch Kosmetika an.

Steile Wachstumskurve

Das vor gut zehn Jahren gegründete Unternehmen hat eine steile Wachstumskurve hingelegt, weil es kostenlose Lieferungen und Retouren angeboten hatte. Dies belastete jedoch die Gewinne des Konzerns, da Kunden öfter über das Smartphone kleinere Mengen bestellten und die Lieferkosten in die Höhe schnellten.

 

 

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) bauten die Berliner im ersten Quartal auf 6,4 Millionen Euro aus, nachdem sie im Jahr zuvor mit 400.000 Euro operativ gerade so schwarze Zahlen geschrieben hatten. Die Monate Januar bis März gelten in der Modebranche wegen der eingeräumten Rabatte zum Winterende traditionell als renditeschwach.

Problem mit Bestellwert

Der Umsatz stieg um 15,2 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Unter dem Strich fuhr Zalando jedoch einen höheren Verlust von 17,6 Millionen Euro ein. Ein Jahr zuvor stand ein Minus von 15,1 Millionen Euro in der Bilanz. Zalando bestätigte die Prognose für 2019, wonach der Betriebsgewinn auf bis zu 225 Millionen Euro steigen soll.

Zalando habe insgesamt gesehen einen guten Start ins Jahr hingelegt, so Analysten. Positiv komme an, dass jeder aktive Kunde in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich 4,5 Bestellungen getätigt habe, so viel wie noch nie. Allerdings sei es Zalando im ersten Quartal trotz der Mindestbestellwerte nicht gelungen, den durchschnittlichen Warenkorbwert auszubauen,