Wienerberger verdoppelte 2025 Gewinn trotz schwierigen Umfelds
Der österreichische Baustoffkonzern Wienerberger hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlichen Gewinnsprung abgeschlossen.
Trotz der anhaltenden Schwäche im Wohnungsneubau verdoppelte sich das den Aktionären zuzurechnende Ergebnis nach Steuern im Vergleich zum Vorjahr auf 166 Mio. Euro. Der Umsatz legte leicht um 1 Prozent auf 4,57 Mrd. Euro zu. Das operative Ergebnis blieb stabil, während Einmaleffekte das berichtete Ergebnis stützten.
Ausschlaggebend für den starken Anstieg beim Periodenüberschuss - 2024 war dieser noch auf 80 Mio. Euro eingebrochen - waren vor allem wegfallende Belastungen. Während das Vorjahr durch hohe Restrukturierungskosten geprägt war, sanken die Wertminderungen von Vermögenswerten 2025 massiv von 51 auf 13 Mio. Euro. Zudem verbesserte sich das Finanzergebnis deutlich, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Kurzbericht zum Konzernergebnis 2025 hervorgeht.
Gegenwind in der Baubranche
Operativ bekam der Konzern den Gegenwind in der Baubranche jedoch leicht zu spüren: Das um Strukturanpassungen und Immobilienverkäufe bereinigte operative EBITDA sank minimal um 1 Prozent auf 754 Mio. Euro. Die entsprechende Marge ging von 16,8 auf 16,5 Prozent zurück. In der unbereinigten Betrachtung (EBITDA) steht hingegen ein Plus von 2 Prozent auf 721 Mio. Euro zu Buche.
Das Marktumfeld präsentierte sich zweigeteilt. Während der Wohnungsneubau in Europa und Nordamerika unter hohen Zinsen litt, entwickelten sich die Bereiche Renovierung und Infrastruktur robust. Besonders das Dachgeschäft profitierte von der vollständigen Integration der Terreal-Übernahme. In Nordamerika verzeichnete Wienerberger Absatzrückgänge, konnte jedoch durch striktes Preismanagement gegensteuern. Der Umsatzanteil aus dem Renovierungsgeschäft stieg auf 38 Prozent, während der Neubauanteil auf 43 Prozent sank.
Dividende bleibt bei 0,95 Euro je Aktie
Die Verschuldung konnte der weltgrößte Ziegelproduzent abbauen. Die Nettoverschuldung sank per Ende 2025 auf 1,64 Mrd. Euro (2024: 1,75 Mrd. Euro), getrieben durch einen starken Free Cashflow von 474 Mio. Euro. Den Aktionären soll für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 0,95 Euro je Aktie vorgeschlagen werden, was dem Niveau des Vorjahres entspricht.
Wienerberger-CEO Heimo Scheuch betonte die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells. Trotz des schwachen Neubauumfelds seien Umsätze und Margen gehalten worden. Für die Zukunft gibt sich der Vorstand zuversichtlich: Man sei mit einer starken Bilanz gut aufgestellt, um von einer Markterholung zu profitieren, die durch sinkende Zinsen sowie öffentliche und private Investitionen erwartet wird.
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