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Wirtschaft
05/26/2020

Wiener Biotechfirma Marinomed profitiert von Corona-Krise

Die Nachfrage von Rachen- und Nasensprays ist stark gestiegen, obwohl noch unklar ist, ob sie bei Covid-19 helfen.

Die seit Februar 2019 in Wien börsennotierte Marinomed Biotech AG profitiert von der Coronakrise. Im ersten Quartal stieg die Anfrage nach den Carragelose-Rachen- und Nasensprays zur Behandlung viraler Atemwegsinfekte stark an und damit der Umsatz. Zurzeit erforscht Marinomed, ob der aus Rotalgen gewonnene Wirkstoff auch gegen das Coronavirus helfen könnte. Der Ausblick für 2020 ist gut.

Man erwarte eine gute Auftrags- und Umsatzentwicklung, getragen von der starken Nachfrage nach Carragelose-Produkten, teilte Marinomed am Dienstag mit. Jedoch seien auch für 2020 und die Folgejahre wegen der großen Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) weiterhin operative Verluste zu erwarten.

Umsatzplus

Im ersten Quartal legte der Umsatz des 2006 als Spin-off der Veterinärmedizinischen Universität Wien gegründeten Unternehmens um 35 Prozent auf knapp über 1 Mio. Euro zu. Der Betriebsverlust (Ebit) verringerte sich auf 1,41 Mio. Euro, nach einem Minus von 2,63 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Unterm Strich blieb im ersten Quartal 2020 ein Verlust von 1,57 Mio. Euro, nach einem Fehlbetrag von 3,24 Mio. Euro.

Derzeit erhebt Marinomed in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien klinische Daten zur Wirksamkeit von Carragelose auf das SARS-CoV-2-Virus. "Wir haben gute Chancen, mit einer Carragelose-Inhalationslösung im globalen Wettlauf um effektive Gegenmaßnahmen eine Rolle zu spielen", so Firmenchef Andreas Grassauer. Das Marinomed-Produkt wäre nicht nur bei vom Coronavirus verursachter Lungenentzündung einsetzbar, sondern auch bei Lungenentzündungen, die durch andere Viren ausgelöst werden.

Die Nachfrage nach den bereits vorhandenen Carragelose-Produkten (Sprays und Pastillen) ist seit März, seit die Coronakrise in Europa angekommen ist, so stark, dass Marinomed seine Produktionskapazitäten ausbauen muss.

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