Wirtschaft
22.11.2018

Wenn Geld Ertrag und besseres Klima bringt

Immer mehr Anleger wollen wissen, wo und wie ihr Geld investiert wird - nachhaltig soll es sein.

Die VW-Aktie zählte zwar zu jenen Wertpapieren, die für den Nachhaltigkeits-Aktienfonds von Raiffeisen erlaubt gewesen wären. Gekauft wurde dennoch nicht, weil damals – vor mehr als drei Jahren – die Aktie nicht interessant erschien. Als dann im September 2015 der Dieselskandal bekannt wurde, landete VW auf der Verbotsliste des Nachhaltigkeitsfonds – wie hunderte andere Aktien, die den Kriterien nicht entsprechen.

„Die Investmentbranche ist im Umbruch“, erzählt Dieter Aigner, Vorstandsmitglied der Raiffeisen-Investmentfonds. Sein Haus beschäftige sich schon lange mit dem Thema Nachhaltigkeit, andere würden jetzt erst nachziehen. Dass die Kundschaft den Pionieren eher glaubt als den Nachzüglern, ist auch an der Entwicklung der Geldzuflüsse zu sehen. Das nachhaltig gemanagte Fondsvolumen wächst überdurchschnittlich stark und hat bei Raiffeisen rund 3,2 Milliarden Euro erreicht, etwa zehn Prozent des Gesamtvolumens. Auch in Italien und Deutschland „gibt es eine intensive Nachfrage nach diesen Produkten“, sagt Rainer Schnabl, Chef der Raiffeisen-Fonds.

Für echte Nachhaltigkeit reiche es bei weitem nicht, sich ein ökologisches Mäntelchen umzuhängen. „Wir berechnen den -Footprint der nachhaltigen Produktpalette“, betont Aigner. Dabei sei es schwer, die gesamte Wertschöpfungskette – von den Rohstoffen und Zulieferern bis zum Recycling – zu erfassen. „Auch den -Footprint eines Landes zu berechnen ist eine spannende Sache.“

Doppelte Dividende

Abfall vermeiden, weniger ausstoßen, gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, gute Unternehmensführung – Kriterien für Nachhaltigkeit gibt es viele. Dazu kommen, quasi als doppelte Dividende, Kursgewinne für die Anleger, sagt Wolfgang Pinner, der bei Raiffeisen den Bereich nachhaltige Investments leitet. Denn auch die Wertentwicklung sei nachhaltig, auch deshalb, weil diese Fonds weit weniger von Skandalen bei enthaltenen Aktiengesellschaften betroffen seien wie andere Fonds.

Die Klimaziele, die sich die Fondsprofis gesteckt haben: Bis 2030 sollen mindestens 25 Prozent der jeweiligen Portfolios aus klimafreundlichen Produkten bestehen. Und bis dahin sollen die Treibhausgas-Emissionen in der Kunden-Veranlagung um mindestens ein Viertel reduziert werden (gegenüber 2015).