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Wirtschaft
10/31/2019

Weltspartag: Sumsi auf Seifenblasen

Wer glaubt, dass in Zeiten von Online-Banking ein Weltspartag keinen mehr interessiert, der irrt. Am 31. Oktober geht es wieder um Sparen, Geldanlage – und um kleine Präsente.

von Christine Klafl

Ein Sparefroh zum Verbiegen. Ein Sumsi-Schlüsselanhänger. Die Augen leuchten noch immer, wenn man nicht mehr ganz Junge nach früheren Weltspartags-Geschenken fragt. Sind die kleinen Gaben in Zeiten des Internet-Bankings nicht schon längst eine Tradition, die sich überholt hat? Nein, weiß etwa die Erste Bank aus „leidvoller“ Erfahrung. Vor einigen Jahren wollte das Geldhaus eine Neuerung einführen: Statt Geschenke einzukaufen, wurde das Geld gespendet. Der Aufruhr unter der Kundschaft war nicht zu überhören. Also – zurück zur Tradition.

Die Geldhäuser halten aber auch echte Geschenke für ernsthafte Sparer parat. Wir haben uns umgesehen und die wichtigsten Angebote zusammengetragen: 

Besser verzinste Produkte

Zu den Gewohnheiten zählte es früher auch, am Weltspartag eine Filiale anzusteuern, um am Sparbuch die Zinsen nachtragen zu lassen. Angesichts von Zinsen, die im Koma liegen, ist das wohl schon seit Jahren kein Argument mehr. Die Banken legen daher auch verstärkt Augenmerk auf besser verzinste Produkte für Kinder und auf Wertpapier-Beratung für die „Großen“. Ein Beispiel dafür ist das „3 % Sparefroh Sparen“ der Sparkassen und der Erste Bank. Bei Kindern bis zum 10. Geburtstag werden Sparguthaben bis zu 500 Euro mit drei Prozent pro Jahr verzinst. Für Guthaben darüber gibt es 0,125 Prozent.

Umweltfreundliche Projekte

Ein anderes Beispiel für Erwachsene: Die BKS Bank hat ein neues „Grünes Sparbuch“ als Ansparvariante und als Kapitalsparbuch aufgelegt. Die Zinsen sind zwar nicht üppig, dafür weiß der Sparer aber, dass sein Geld ausschließlich für die Finanzierung von umweltfreundlichen Projekten eingesetzt wird.

Bis 1,5 Millionen Gäste

Je nach Umfrage werden am heurigen Weltspartag 1,2 bis 1,5 Millionen große und kleine Gäste in den heimischen Bankfilialen erwartet. Franz Gasselsberger ist einer, der den „Geld-Feiertag“ aus unterschiedlichen Perspektiven kennt. Als Kind sei der Ausflug mit der Sparbüchse zur Hausbank für ihn immer ein Erlebnis gewesen. Später, als Generaldirektor der Oberbank, sei der Tag wieder ein besonderes Erlebnis gewesen. „Da ist mir so richtig bewusst geworden, wie viel Vertrauen uns die Kunden entgegenbringen, indem sie uns ihre Ersparnisse anvertrauen.“

Bei der Oberbank gibt es heuer übrigens Brettspiele und Taschenkalender. In Europa gefertigt, wie man betont. Die Bewirtung ist von Filiale zu Filiale unterschiedlich.

Breite Palette an Geschenken

Beim Geschenke-Angebot der heimischen Geldinstitute ist die Palette heuer überaus breit. Die BTV hat keine Gaben vorgesehen, die BKS hat verschiedenes: Für kleinere Kinder gibt es eine Größenmesslatte aus Holz, für Jugendliche ein Sicherheitsset mit reflektierenden Armbändern, Schlüsselanhängern und Klebesmileys und für die Erwachsenen Bio-Dinkelgrießnudeln. Die Hypo Steiermark hat sich ganz breit aufgestellt – mit Chili-Öl und -Nudeln, Wassersteinen über Rosengelee bis zu Honigpopcorn, gefertigt auch von Behinderteneinrichtungen.

Die Volksbank beschenkt in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nur noch Kinder. Und zwar mit Plüschdelfinen und Dominospielen in Holzboxen. Andere haben auch für Große etwas vorrätig – wie beispielsweise Spiralnudeln bei der Bank Burgenland oder Naturkissen bei Raiffeisen im Bundesland Salzburg.

Zauberer und Kinderschminken

Außerhalb der Großstädte wird der Weltspartag auch noch um vieles bunter begangen. Beispiele aus der Sparkassenwelt in Vorarlberg: Da wird zum Bemalen von Sparschweinchen oder zum Kinderschminken, zum Zauberer, Ponyreiten oder zur Kutschenfahrt geladen.

Bei Raiffeisen dominieren die Biene Sumsi und Gelb - etwa in Form von Sparbüchsen oder Memospielen, auf Seifenblasen oder Köchern mit Buntstiften. Von der Volksbank gibt es Plüschdelfine und Dominospiele aus Holz.

Gut bestückte Pennale haben Erste und Sparkassen auf Lager, vorne prangt der Sparefroh. Außerdem gibt es Einkaufstaschen, die aus PET-Flaschen hergestellt wurden.

Von der Bawag/PSK gibt es heuer einen kleinen Badewahl, der bei Kontakt mit Wasser leuchtet. Für größere Kid hat die Bawag Bluetooth-Adapter besorgt, die Großen bekommen Stehkalender.

Die Bank Austria verschenkt heuer Turnbeutel mit Tiermotiven sowie ausziehbare 3 in 1 USB-Ladekabel mit Hülle.

Sparefroh Haus

Die wohl meisten Geschenke zum Weltspartag hat Renate Steinkellner gesammelt. Sie hat als Mitarbeiterin der damaligen Zentralsparkasse und den Nachfolgebanken (zuletzt Bank Austria) ab 1977 sämtliche Geschenke ihres Arbeitgebers aufbewahrt. Zusätzlich hat sie Weltspartagsgaben zusammengetragen, die bis zum Jahr 1957 zurückreichen. „Ungefähr 400 Stück sind es“, erzählt sie stolz. Zu sehen ist die Sammlung Steinkellner im Sparefroh Haus im Bezirksmuseum Alsergrund in Wien 9 (Öffnungszeiten siehe links). Ihr hübschestes Stück? „Ein Salatbesteck mit Porzellangriffen aus den 1960er-Jahren“, so Steinkellner. Zur Sammlung gehört auch ein fast menschengroßer Sparefroh, der früher vor der Filiale die Kinder begrüßte.

Das Sparefroh Haus mit seinen rund 400 Exponaten ist im Alseum, dem Bezirksmuseum Alsergrund (Währinger Straße 43), untergebracht. Die nächsten Möglichkeiten zur Besichtigung sind: Am 10. und 17. November in der Zeit von 10.30 bis 12 Uhr sowie am 6. und 13. November in der Zeit von 15.30 bis 17 Uhr.

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