In Erklärungsnot: Hans Dieter Pötsch

© REUTERS/STRINGER

Deutschland
03/06/2016

VW-Aufsichtsrat gerät wegen Abgas-Skandals in Bedrängnis

Der Oberösterreicher Hans Dieter Pötsch soll von den Tricksereien gewusst haben.

In der Affäre um geschönte Abgaswerte beim deutschen Autobauer Volkswagen gerät nun Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch in Erklärungsnot. Laut Bild am Sonntag wurde Pötsch am 8. September 2015 über die Betrugssoftware informiert, mit der die Abgaswerte von Diesel-Modellen besser dargestellt wurden, als sie beim normalen Fahrbetrieb waren.

Der gebürtige Oberösterreicher Pötsch, der bis Ende September des Vorjahres Finanzvorstand von VW war, habe von den Tricksereien des Autokonzerns also gewusst, aber dazu geschwiegen. Erst zwei Wochen später ging VW an die Öffentlichkeit. Pötsch wechselte im Oktober 2015 in den Aufsichtsrat von VW. Dem größten Autokonzern Europas stehen zahlreiche Klagen ins Haus, unter anderem, weil die Aktionäre zu spät über den Fall informiert worden waren.

Infos im April

Volkswagen selbst will derzeit nichts Konkretes zu den Untersuchungen und Vorwürfen sagen. Nur so viel: Das Unternehmen sei überzeugt, die kapitalmarktrechtlichen Anforderungen vollumfänglich erfüllt zu haben. Erst in der zweiten April-Hälfte will der Wolfsburger Konzern über die Untersuchungen in dem Fall berichten.

Früheren Angaben von VW zufolge wurde bereits im Mai 2014 ein erster Vermerk über die Schummel-Software an den damaligen Konzernchef Martin Winterkorn gerichtet. Bis jetzt ist aber nicht klar, ob Winterkorn den Vermerk, der seiner umfangreichen Wochenendpost beigelegt war, überhaupt gesehen hat.

Im November 2014 gab es allerdings eine zweite Notiz an ihn. Später wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit den Problemen von Abgasgrenzwerten in den USA befasste. Am 27.Juli 2015 haben dann Mitarbeiter mit Winterkorn darüber gesprochen.

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