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Wirtschaft
09/22/2021

US-Börsen nach Zinsentscheid weiter klar fester

US-Notenbank Fed belässt Leitzinssatz wie erwartet unverändert bei 0 bis 0,25 Prozent.

Die US-Notenbank Fed hält trotz hoher Inflation an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins bleibt in der Spanne von null bis 0,25 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch nach ihrer Zinssitzung in Washington mitteilte. Ökonomen hatten mit der Entscheidung gerechnet.

Allerdings signalisierten die Währungshüter in ihrem Ausblick im Mittel, dass es bereits nächstes Jahr eine Erhöhung geben könnte. Bisher hatten sie eine Zinswende erst ein Jahr später angepeilt. Zugleich erwarten die Notenbanker, dass die Inflation dieses Jahr auf einen Wert von 4,2 Prozent steigen wird - mehr als doppelt so hoch wie von der Fed angestrebt.

Ziel der Niedrigzinspolitik ist es, die US-Wirtschaft bei der Überwindung der Folgen der Corona-Pandemie zu unterstützen.

Ihre Geldspritzen im Umfang von monatlich 120 Mrd. Dollar (rund 102 Mrd. Euro) wollen die Notenbanker beibehalten, bis erhebliche Fortschritte bei Preisstabilität und Arbeitslosigkeit erreicht sind. Zugleich signalisierten sie, dass eine Dosis-Verringerung bald erforderlich werden dürfte, falls sich die Fortschritte weitgehend wie erwartet einstellen sollten. Fed-Chef Jerome Powell hat ein Herunterfahren der massiven Wertpapierkäufe für dieses Jahr bereits in Aussicht gestellt, jedoch noch keinen Zeitplan vorgelegt.

Der im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise beschlossene Ankauf von Wertpapieren soll die Liquidität der Finanzmärkte verbessern und die Bereitstellung von Krediten für Haushalte und Firmen erleichtern.

Bereits Ende Juli hatte die Fed mit Blick auf das Anleihenprogramm erklärt, die US-Wirtschaft habe Fortschritte bei Zielen der Vollbeschäftigung und der Inflationsentwicklung erzielt. Dies wurde jetzt bekräftigt. Und die Fed stellte in Aussicht, dass eine Drosselung des Rückkauftempos "bald" gerechtfertigt sein könnte, wenn sich die Entwicklung wie erwartet fortsetze.

US-Börsen mit Zugewinnen

Kurz nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung der US-Notenbank haben sich die US-Börsen weiterhin mit klaren Zugewinnen gezeigt. In Reaktion auf die bereits erwartende Entscheidung den Leitzinssatz unverändert zu belassen konnten die US-Indizes ihre Aufschläge weiter ausbauen.

Der Dow Jones stand gegen 20.05 Uhr mit einem Plus von 1,47 Prozent bei 34.417,46 Punkten. Der S&P-500 gewann 1,27 Prozent auf 4.409,47 Einheiten. Der Nasdaq Composite legte um 1,07 Prozent auf 14.904,01 Punkte zu.

Wie erwartet wurde der Leitzinssatz von der US-Notenbank unverändert auf dem sehr niedrigen Niveau von 0 bis 0,25 Prozent belassen. Jedoch gaben die Notenbanker in ihrem Statement auch bekannt, dass eine Verringerung des Tempos der konjunkturstützenden Anleihekäufe schon bald notwendig sein könnte.

Bereits zuvor hatte eine allgemein gute Markstimmung für klare Zugewinne in New York gesorgt. Damit konnten sich die Märkte auch weiter von den herben Verlusten vom Wochenauftakt erholen. Die Krise rund um den hoch verschuldeten chinesischen Immobilienriese Evergrande hatte am Montag für starke Verunsicherung an den Börsen gesorgt.

Evergrande konnte Börsianer beruhigen

Am Mittwoch sorgte jedoch eine Ankündigung durch Evergrande für etwas Beruhigung. Der Konzern gab bekannt eine Kuponzahlung einer Onshore-Anleihe in Höhe von umgerechnet knapp 36 Mio. US-Dollar tätigen zu können.

Bei den Einzelwerten mussten die Titel von Fedex deutliche Abschläge von 8,6 Prozent wegstecken. Nach dem ersten Geschäftsquartal musste der US-Paketdienst das Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 senken. Grund seien die derzeit schwierigen Marktbedingungen die sich noch einige Zeit auswirken dürften.

Für die Aktien von General Mills lief es hingegen mit Zugewinnen von rund 4 Prozent gut. Der Nahrungsmittelkonzern konnte im ersten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis die Markterwartungen übertreffen. Zudem wurde der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigt.

Bei den Titeln von Facebook stand zuletzt ein Kursminus von rund 4 Prozent. Dem Social-Media-Riesen machen weiterhin Probleme bei der Anpassung seines Werbegeschäfts an den verstärkten Schutz der Privatsphäre auf dem iPhone zu schaffen. Am Mittwoch versuchte Facebook jedoch seine Werbekunden zu beruhigen. Laut einem Blogeintrag, sei der Erfolg der Anzeigen-Kampagnen nicht so stark abgesackt, wie das fehlerhafte Facebook-Daten vermuten ließen.

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