Wall Street, Heimat der New York Stock Exchange

© APA/AFP/ANGELA WEISS

Wirtschaft
04/01/2020

US-Börsen erneut tiefrot - nach dem schwächsten Startquartal

Coronavirus breitet sich in den USA aus, Trump befürchtet 100.000 bis 240.000 Tote. Dow Jones verliert am Mittwoch 4,44 Prozent.

Die Wall Street hat am Mittwoch erneut tiefrot geschlossen und damit den rekordhohen Abwärtsschub vom Startquartal fortgesetzt.

Im am Dienstagabend zu Ende gegangenen Jahresviertel hatte der S&P-500 wegen der Coronaviurs-Pandemie und den damit verbundenen Sorgen mit einem Verlust von 20 Prozent das schlechteste erste Quartal in seiner Geschichte verbucht. Und das, obwohl die Wall Street in den zwei Handelswochen davor eine rasante Erholungsbewegung gezeigt hatte.

Mehr als vier Prozent Minus

Der Dow Jones Industrial Index verlor zur Wochenmitte deutliche 4,44 Prozent bzw. 973,65 Einheiten auf 20.943,51 Punkte. Der S&P-500 gab weitere 4,41 Prozent oder 114,09 Punkte auf 2.470,50 Einheiten nach. Der Technologieindex Nasdaq Composite rasselte ebenfalls 4,41 Prozent oder 339,52 Punkte auf 7.360,58 Punkte nach unten.

Die USA drohen nun immer mehr zum neuen Epizentrum der weltweiten Coronavirus-Pandemie zu werden. Die Zahl der Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus steigt in den USA weiterhin rasant an.

Präsident Donald Trump stellte die Bürger in einer Pressekonferenz auf "sehr harte zwei Wochen" ein. Trotz der drastischen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus rechnet die US-Regierung mit 100.000 bis 240.000 Toten in den USA.

Arbeitsmarktdaten unvollständig

Konjunkturdatenseitig konnte der veröffentlichte Stellenbericht des Arbeitsmarktdienstleisters ADP nur wenig Aufschluss über die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus geben. Insgesamt fielen in der US-Privatwirtschaft im März 27.000 Jobs weg. Analysten hatten zuvor mit einem deutlichen höheren Abbau von 150.000 Stellen gerechnet. Laut ADP wurden allerdings nur Daten bis zum 12. März verwendet.

Unter den Einzelwerten blieben die seit Wochen schwer von der Viruskrise belasteten Aktien die gleichen: Papiere von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtanbietern erlitten nach einer jüngsten Stabilisierung ihren nächsten Kurseinbruch. Allen voran zeigte sich dies bei Carnival und Delta Air Lines mit Kursverlusten im beachtlichen Größenbereich von 33 bzw. 16,4 Prozent.

Banken unter Druck

An der Wall Street unter Druck gerieten zudem Finanzwerte, weil sich Anleger vermehrt Sorgen machen um Kreditausfälle. Laut den Experten von BCA Research greifen US-Unternehmen derzeit im großen Stil auf Kreditlinien zurück, was als Anzeichen für Finanzengpässe gewertet werden könne. Die Aktien von Goldman Sachs und JPMorgan gehörten im Dow mit Abschlägen von 6,1 bzw. 6,6 Prozent zu den großen Verlierern.

T-Mobile mit Sprint, Xerox ohne HP

Nach rund zwei Jahren ist die Fusion der beiden Telekommunikationskonzerne T-Mobile US (plus 1,5 Prozent) und Sprint (Aktie nicht gehandelt) nun in trockenen Tüchern, wie die beiden Unternehmen bekanntgaben. Gemeinsam bringen es die beiden Konzerne nach eigenen Angaben auf 140 Millionen Kunden und einen Börsenwert von rund 110 Milliarden Dollar.

Aus einer anderen geplanten Übernahme dürfte es wiederum nichts werden. Wie der US-Konzern Xerox bekannt gab, bläst man die angestrebte Übernahme des Konkurrenten HP Inc. wegen der Coronaviruskrise ab. Die Nachricht kam bei den Anlegern weniger gut an - die Xerox-Aktien verloren 6,8 Prozent und HP-Papiere gaben um 14,5 Prozent nach.

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