Nach Tesla-Unfällen: Ist das automatisierte Fahren schuld?

FILES-US-AUTOMOBILE-RECALL-ENERGY-TESLA-POLITICS
Die US-Behörde will herausfinden, wieweit das Tesla-Assistenzsystem für automatisiertes Fahren die Unfälle verursacht hat.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat 30 Untersuchungen von Unfällen mit Tesla-Modellen eingeleitet. Die Unfälle haben sich seit 2016 ereignet und insgesamt zehn Todesopfer gefordert. Die Behörde will prüfen, inwiefern der Einsatz von Teslas Assistenzsystem für automatisiertes Fahren die Unfälle beeinflusst hat. NHTSA hat deshalb eine Liste mit Details zu den untersuchten Unfällen veröffentlicht. Der US-Elektroautopionier war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Fahrersitz verlassen

Nach dem Crash eines Tesla-Elektroautos mutmaßlich ohne Fahrer am Steuer hat Firmenchef Elon Musk einen Zusammenhang mit dem Autopilot-Assistenzsystem bestritten. "Bisher verfügbare Datenaufzeichnungen zeigen, dass Autopilot nicht aktiviert war", schrieb Musk in der Nacht auf Dienstag bei Twitter. Es war die erste Reaktion aus dem Unternehmen auf den Unfall, bei dem in Texas am Wochenende zwei Männer ums Leben gekommen waren.

Der Crash löste sofort neue Diskussionen über Teslas Sicherheitsvorkehrungen bei dem Autopilot-System aus. Im Internet tauchten in der Vergangenheit immer wieder Videos auf, in denen zu sehen ist, wie Fahrer im Straßenverkehr ihren Sitz verlassen. Zuletzt war im vergangenen Herbst zu sehen, wie ein junger Mann in einem fahrenden Tesla auf die Rückbank klettert und so tut, als würde er zwischen Polster und Decken schlafen.

Tesla betont stets, die Statistik zeige, dass insgesamt deutlich weniger Unfälle passierten, wenn die Fahrer mit dem Autopilot-System unterwegs seien. Das Unternehmen bereitet in den USA die Einführung neuer Funktionen wie automatisches Erkennen von Ampelsignalen und Verkehrsschildern sowie das Beachten von Vorfahrtsregeln in der Stadt vor. Bisher können einige Nutzer die Fähigkeiten in einer Beta-Version der Software testen.

Robotaxis verzögern sich

Musk will die Autos mit der Zeit für vollwertiges autonomes Fahren fit machen. Schon vor Jahren stellte er in Aussicht, dass Teslas als Robotaxis Geld verdienen könnten, wenn der Besitzer sie nicht brauche. Seine Prognose, es könne bereits 2020 soweit sein, erwies sich aber als viel zu optimistisch.

Musk zeigt sich überzeugt, Teslas allein mit Hilfe von Kameras und Radarsensoren autonom machen zu können. Die meisten Entwickler selbstfahrender Autos setzen dagegen zusätzlich auf teurere Laserradare, die das Umfeld des Fahrzeugs erfassen.

Kommentare