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UNIQA setzt auf Prävention und Telemedizin

Größter heimischer Krankenversicherer will zum Gesundheitsdienstleister werden, bessere Ergebnisse im ersten Quartal
PK UNIQA: BRANDSTETTER

Nur 19 Prozent der Österreicher gehen zur Vorsorgeuntersuchung, jeder Fünfte  überhaupt nicht. „Von den 57,8  Milliarden Euro, die Österreich 2024 für das gesamte Gesundheitssystem ausgab, flossen 90 Prozent in die Reparatur, das muss sich ändern“, warnte UNIQA-Chef Andreas Brandstetter am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten. 

Der größte heimische Krankenversicherer setzt bereits stark auf Prävention und Telemedizin und will noch mehr investieren. Der Gesundheitsdienstleister Mavie bietet jetzt auf breiter Ebene über die Drogeriekette Bipa Testkits an, gekoppelt mit telemedizinischer Beratung. Brandstetter rechnet damit, dass der Bedarf an Telemedizin in Österreich in den nächsten Jahren stark steigen wird. Als Grunde nennt der UNIQA-CEO den Ärztemangel und die alternde Bevölkerung. Telemedizin könne den Arzt nicht ersetzen, „aber wir brauchen eine gute Lenkung der Patientenströme. Dass nicht jeder wegen des sprichwörtlichen eingerissenen Fingernagels in die Spitalsambulanz geht“. 

Die UNIQA sieht er in der „Transformation vom reinen Versicherer zum Gesundheitsanbieter“. 40 Prozent der Österreicher haben eine private Krankenversicherung abgeschlossen. Diese sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen und längst kein Produkt für Millionäre. 

Zum Pensionsthema gestand Brandstetter ein, dass es ein Fehler gewesen sei, bei den zwei großen Sparpaketen im Konzern „auf das Wissen der älteren Mitarbeiter verzichtet zu haben“. Das Unternehmen werde sich nicht mehr wie früher von älteren Mitarbeitern trennen und damit zur Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters beitragen. Doch auch das gesetzliche Antrittsalter müsse steigen. 

In Ungarn, wo die UNIQA im Vorjahr rund 330 Millionen Euro Prämien einnahm, hofft Brandstetter mit dem Kurswechsel des neuen Ministerpräsidenten Peter Magyar auf die Abschaffung der Sondersteuern für ausländische Unternehmen. Die Abgabe belaufe sich auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. 

Der Iran-Krieg wirke sich nicht direkt auf den Versicherungskonzern aus, Staatsanleihen aus der Region habe man vor einigen Wochen verkauft. Noch aber seien die Folgen des Krieges   auf die Gesamtwirtschaft nicht absehbar.  

Naturkatastrophen

Dass es im Vorjahr keine großen Naturkatastrophen in Österreich gegeben habe, bezeichnete Brandstetter als „Anomalie. Naturkatastrophen werden in Österreich in den nächsten Jahrzehnten ein ständiger Begleiter sein“. Die Versicherungen müssten  höhere Reserven dafür bilden und mehr an die Rückversicherer bezahlen. Weshalb Brandstetter in Risikogebieten für die Kunden mit steigenden Prämien rechnet.  

Mit dem „sehr guten“ ersten Quartal 2026 zeigt sich Brandstetter zufrieden. Die Prämien stiegen im Konzern um 14,4 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern um knapp sechs Prozent auf 160 Millionen. Der Ausblick für 2026 von 540 bis 570 Millionen Ergebnis vor Steuern wird bestätigt

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