UNIQA-Chef Andrea Brandstetter: How to spend it?

© Kurier / Jeff Mangione

Wirtschaft
02/21/2019

UNIQA hat um 700 bis 800 Millionen Euro zuviel Kapital

2018 mehr Gewinn, Dividende wird erhöht. Bei der Russland-Tochter geht der Rubel ab.

von Andrea Hodoschek

UNIQA-Chef Andreas Brandstetter hat ein Luxusproblem, das gibt er selbst zu.  Die zweitgrößte heimische Versicherungsgruppe hat eine Solvenzquote von  250 Prozent aufgebaut und sieht sich als überkapitalisiert. Ziel waren 180 Prozent. 

Rund 700 bis 800 Millionen Euro  stünden für Zukäufe zur Verfügung, rechnete Brandstetter bei der Präsentation der Ergebnisse für 2018 vor.  

Das Geld tunlichst noch 2019 auszugeben, ist allerdings nicht ganz so einfach. Am Markt gebe es „mehr Schein als Sein“.   Der börsenotierte Konzern will sich bei Akquisitionen nicht  mit Peanuts verzetteln, sondern relevant investieren. Im Fokus  stehen sowohl klassische Versicherer  als auch FinTechs, „die alte und die neue Welt“(Brandstetter). In fremde Märkte will Brandstetter nicht gehen.  

Sollte sich kein Übernahmekandidat finden, für den auch der Preis stimme, werde man Ende 2020 Alternativen überlegen. Etwa einen Aktienrückkauf,  wie ihn die Allianz wieder durchzieht,  oder eine Sonderdividende.

Mehr Dividende

Die UNIQA verbesserte im Vorjahr das Ergebnis um mehr als 70 Millionen auf 243 Millionen (siehe Grafik). Der Verkauf des rund elfprozentigen Anteils an den Casinos Austria  brachte  47,4 Millionen Euro. Großschäden durch Naturkatastrophen blieben aus und die Schadenquote verbesserte sich. Die Dividende wird auf 53 Cent  je Aktie weiter  erhöht.

Die Tochter in Moskau, an der die dortige Raiffeisenbank 25 Prozent hält, lieferte im Vorjahr 16 Millionen Euro EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit)  ab, das zweitbeste  Ergebnis im Konzern.  Die vor zehn Jahren gegründete Niederlassung  verkauft mit 100 Mitarbeitern über 180 Bankfilialen Lebensversicherungen und hat rund 430.000 Kunden. In Relation sei Russland „hinter Österreich das profitabelste Land“.

Trotz des Brexit – unabhängig in welcher Form – werde die UNIQA die Niederlassung ihrer Kunstversicherung in London belassen. Von rund 35 Milliarden Euro Versicherungssumme im Kunstbereich stammen rund neun Milliarden aus London. Man  habe mit dem britischen Regulator bereits eine Lösung getroffen, berichtet Brandstetter.

Für 2019 rechnet Finanz-Vorstand Kurt Svoboda mit einer weiteren Steigerung der Prämien und des Ergebnisses vor Steuern. Die versicherungsfremden Beteiligungen sind inzwischen  alle abverkauft. Ausgenommen die 27,5 Prozent am Baukonzern Strabag, bei dem die UNIQA weiter an Bord bleiben will.

Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - nach Rückversicherung wurde von 97,5 auf 96,8 Prozent verbessert. Positiv ausgewirkt haben sich hier relativ geringen Aufwendungen für Unwetterschäden und eine verbesserte Kostensituation in der Schaden- und Unfallversicherung.

Für heuer erwartet die UNIQA ein leicht steigendes Gesamtprämienvolumen. Bei der Combined Ratio werde eine weitere Verbesserung angestrebt. Das Ergebnis vor Steuern werde 2019 voraussichtlich über dem - um den Einmaleffekt aus dem Verkauf der Beteiligung an den Casinos Austria bereinigten - Wert von 2018 liegen. "Im Einklang mit der progressiven Dividendenpolitik beabsichtigt UNIQA die Ausschüttung je Aktie auch für das Jahr 2019 wieder anzuheben", heißt es in der Mitteilung im Vorfeld einer Pressekonferenz.

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