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Zivilprozess
12/10/2018

Überweisungsbetrug: FACC klagt zwei Ex-Vorstände auf zehn Millionen Euro

Dreister Überweisungsbetrug wird am Landesgericht Ried verhandelt. Frühere Manager bestreiten die Vorwürfe.

von Kid Möchel

Diese spektakuläre "Fake-President-Frauds" haben für fette Schlagzeilen gesorgt - jetzt folgt für zwei Ex-Manager das bittere Nachspiel. Im Zeitraum 22.Dezember 2015 bis 13.Jänner 2016 wurde eine Mitarbeiterin der weltweit tätigen Innviertler Unternehmensgruppe FACC Angriffsziel eines „Fake-President-Frauds“. Diese Mitarbeiterin veranlasste in der Folge Überweisungen in Höhe von zirka 54 Millionen Euro an mehrere ausländische Empfänger." Den mutmaßlichen Ganoven aus Asien war es gelungen, fast 50 gefälschte Mails unter dem Namen des damaligen FACC-Chefs in das eMailsystem des Konzerns zu schleusen und damit 18 Überweisungen auf ausländische Bankkonten auszulösen.

Im genannten Zeitraum war der Zweitbeklagte als Verstandschef, die Erstbeklagte als Finanzvorstand bei den klagenden Parteien tätig. Im Februar 2016 wurde die Erstbeklagte, im Mai 2016 der Zweitbeklagte aus dem Vorstand bzw. der Geschäftsführung abberufen", teilt das Landesgericht Ried in einer Aussendung mit.

Die Abberufung wurde damit begründet, dass die Beklagten in ihren Funktionen die Einrichtung eines angemessenen internen Kontrollsystems (IKS) verabsäumt und die Pflicht zur kollegialen Zusammenarbeit und Überwachung verletzt hätten.". Es wird von den klagenden Parteien, nämlich der operativ tätigen Tochter-, sowie der Muttergesellschaft der Unternehmensgruppe, eine Schadenersatzforderung in Höhe von zehn Millionen Euro geltend gemacht. Die Beklagten bestreiten ein schuldhaftes Verhalten und haben auch die „Unschlüssigkeit“ des Klagebegehrens eingewendet.       

Die nächste öffentliche mündliche Verhandlung findet am 17. Dezember 2018, im Landesgericht Ried im Innkreis statt.    

Das Unternehmen gehört seit 2009 mehrheitlich der staatlichen Aviation Industry Corporation of China. Zuletzt hatte FACC von Airbus einen Großauftrag über 230 Millionen Euro zur Fertigung des Eingangsbereichs der A320-Flotte erhalten. Die Firma erwartet im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 760 Millionen Euro.

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