Wirtschaft
19.11.2018

Tochter des Käfer-Designers zieht gegen VW vor Gericht

Der Beetle soll maßgeblich auf das ursprüngliche Design des Käfers zurückzuführen sein. Der VW Konzern bestreitet das.

Am Mittwoch findet die Verhandlung in der Streitsache Steineck gegen die Volkswagen AG vor dem Landgericht Braunschweig statt. Ingrid Steineck (73, Rentnerin), Tochter des 1966 verstorbenen Porsche-Karosseriekonstrukteurs und Chefdesigners Erwin Komenda, verlangt sogenannten "Fairnessausgleich"

Das ist der behauptete Sachverhalt: "Komenda hat in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Karosserie des Käfers entworfen. Die besonderen Merkmale des Käfers - wie beispielsweise das markante "Käfer-Lächeln" - tauchen bei den Modellen "New Beetle" und "Beetle" unbestritten und nach erklärter Absicht von VW wieder auf. Jeder erkennt im "Beetle" den Ur-Käfer wieder. Der VW-Konzern hat in den vergangenen zehn Jahren mit den Modellen "New Beetle" und "Beetle" erhebliche Gewinne eingefahren, die maßgeblich auf das ursprüngliche Design des Käfers zurückzuführen sind. Komenda, der Vater des Designs, erhielt lediglich eine bescheidene Vergütung."

 

Im Grunde genommen soll es der Tochter des Chefdesigners aber gar nicht um das Finanzielle gehen, sondern darum, dass der VW-Konzern ausdrücklich anerkennt, dass ihr Vater der Schöpfer des Designs des Ur-Käfers, aber auch des davon abgeleiteten Porsche 356 und dessen Nachfolgers des Porsche 911, ist." Der VW Konzern bestreitet die Urheberschaft an allen drei Automodellen.

 

Prozess gegen Porsche verloren

Während im Parallelprozess gegen Porsche wegen des 911 vor dem Landgericht Stuttgart ein erstinstanzliches Urteil gegen Frau Steineck gesprochen wurde (gegen das allerdings mittlerweile Berufung eingelegt wurde), ist hier der Ausgang noch völlig offen.

Frau Steineck wird von den Fachanwälten Lutz und Maximilian Greger aus der Wirtschaftskanzlei SNP Schlawien in München vertreten.