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Wirtschaft
01/24/2020

Tiroler bilden saudi-arabische Fahrlehrerinnen aus

Seit Kurzem dürfen im Königreich Frauen Auto fahren. Doch es fehlen Fahrlehrerinnen - denn nur Frauen dürfen Frauen ausbilden.

von Thomas Pressberger

Der Juni 2018 brachte in Saudi-Arabien eine revolutionäre Neuigkeit: Seither dürfen Frauen Auto fahren. Damit sie den Führerschein machen können, braucht Saudi-Arabien jedoch Fahrlehrerinnen. Denn nur Frauen dürfen dort Frauen ausbilden – derzeit gibt es aber noch keine Ausbildnerinnen. Die Tiroler Fahrschule Easy Drivers ist jetzt als einzige ausländische Fahrschule in dem Königreich unterwegs, um den Mangel zu beheben.

Neue Strukturen

„Wir müssen völlig neue Strukturen schaffen“, sagt Easy Drivers-Geschäftsführer Werner Fichtinger. Denn eine Fahrausbildung wie in Österreich war in Saudi-Arabien bisher unbekannt. Männer brauchten zwar einen Führerschein, mussten sich dafür aber nur registrieren und keine Ausbildung machen – abgesehen von einigen wenigen Übungen.

Jetzt, da Frauen auch fahren dürfen, hat man sich entschieden, beiden Geschlechtern eine umfassendere Ausbildung zukommen zulassen. Und hier kommt Fichtinger ins Spiel. Er bildet die Lehrerinnen aus, die später die Schülerinnen unterrichten sollen. Noch in diesem Jahr sollen bis zu 3000 saudi-arabische Fahrlehrerinnen ausgebildet werden.

Nicht im Verkehr

Auto fahren lernt man in Saudi-Arabien jedoch nicht im Verkehr, sagt Fichtinger. Dort gib es riesige Fahrparcours mit bis zu acht Hektar Größe - Ampeln, Kreisverkehren, Randsteinen und vieles mehr inbegriffen. In Österreich sind die Übungsplätze der Fahrschulen im Vergleich nur bis zu 2000 Quadratmeter groß.

Im Niederösterreichischen Teesdorf werden nun heimische Fahrlehrerinnen für den Einsatz in Saudi-Arabien ausgebildet. Personal zu finden, ist nicht ganz einfach. Zwar haben heimische Fahrschulen Frauen als Ausbildnerinnen, doch ist nicht jede bereit, nach Saudi-Arabien zu gehen.

Offene Arme

Kulturelle Hürden gibt es laut Fichtinger keine: „Unsere Damen werden dort mit offenen Armen aufgenommen.“ Für die dortigen Frauen würde sich eine neue Welt öffnen. Und mit Englisch könne man sich problemlos verständigen. Außerdem würden sich die Österreicherinnen nicht frei im Land bewegen, sondern sich in den Fahrzentren aufhalten.

Nach Saudi-Arabien kam Fichtinger übrigens durch einen Partner. Der ehemalige Formel-1-Fahrer Alexander Wurz und sein Vater Franz sind mit ihrem Unternehmen Test & Training International (TTI) weltweit unterwegs, um Fahrsicherheitssysteme zu implementieren. Sie betreuten bereits mehrere Projekte in Saudi-Arabien und sorgen auch auf den neuen Fahrparcours für Sicherheit.

Künftig werden übrigens auch viele Fahrlehrer gesucht. Denn Männer dürfen in Saudi-Arabien nur von Männern ausgebildet werden, und das wird durch die neuen Fahrregelungen in Zukunft nötig sein.

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