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Tax Freedom Day
07/31/2013

Ab heute verdienen wir "echtes Geld"

Bis zum 31. Juli haben alle Österreicher nur für den Staat gearbeitet.

Nicht einmal der Tod ist umsonst, weil der kostet das Leben", sagt der Volksmund. So ein Leben selbst will finanziert sein, darum geht die große Masse schließlich arbeiten. Doch bis der Einzelne frei über seinen verdienten Lohn verfügen kann, vergeht mehr als ein halbes Jahr. Davor arbeiten Herr und Frau Österreicher ausschließlich für den Fiskus: An durchschnittlich 214 von 365 Tagen im Jahr wird für die Staatskasse geschuftet.

Heuer können Arbeitnehmer ab 31. Juli frei über ihr Einkommen verfügen, denn an diesem Tag ist in Österreich Tax Freedom Day (Steuerzahlergedenktag). Es ist der erste Tag des Jahres, an dem der durchschnittliche Steuerzahler eines Landes sein Einkommen nicht mehr für die Begleichung von Steuern oder Abgaben heranziehen muss. In heimischen Gefilden greift die Republik ihren Bürgern tief ins Börserl: Seit Jahren weist die OECD auf die hohe Abgabenquote in Österreich hin.

Wie lange müssen die österreichischen Steuerzahler durchschnittlich arbeiten um die jährlichen Steuern und Abgaben zu decken?“ Diese Frage wird mit der Berechnung des Tax Freedom Days beantwortet. Die Aufstellung wird seit dem Jahr 2010 vom Austrian Economics Center durchgeführt. Die gesamten zu zahlenden Steuern und Sozialabgaben werden ins Verhältnis zum Einkommen der Haushalte und Betriebe in Österreich gesetzt. Der daraus errechnete Prozentsatz wird auf das Jahr (365 Tagen) umgelegt. So erhält man den Tax Freedom Day, den 31. Juli im Jahr 2013.

Ursprünglich wurde die Berechnung durch die Tax Foundation in Washington D.C. aus der Taufe gehoben und von mehreren Wirtschaftsinstituten wie dem Adam Smith Institute in Großbritannien oder dem Karl-Bräuer Institut des Bundes der Steuerzahler Deutschland aufgegriffen.

Bund hat bislang 11,8 Mrd. Lohnsteuer kassiert

Die Steuereinnahmen des Bundes sind im ersten Halbjahr leicht gestiegen - und zwar um 4,1 Prozent auf 34,7 Mrd. Euro. Das geht aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Finanzministeriums hervor. Besonders viel beigetragen haben die Lohnsteuerzahler, deren Abgaben um 6,3 Prozent im Plus liegen. Für das Bundesbudget meldet das Finanzministerium im ersten Halbjahr Einnahmen von 30,3 Mrd. Euro und Ausgaben von 35,4 Mrd. Euro. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2012 sind die Ausgaben damit um ein Prozent gesunken.

Für das Gesamtjahr erwartet das Finanzministerium ein Plus der Steuereinnahmen von 5,1 Prozent. Im ersten Halbjahr wurde dieser Wert mit 4,1 Prozent zwar nicht ganz erreicht. Probleme für die Budgetbilanz des laufenden Jahres erwartet man im Finanzministerium aber nicht: "Der Budgetpfad wird eingehalten."

Auch Wifo-Budgetexpertin Margit Schratzenstaller verweist darauf, dass die Steuereinnahmen des ersten Halbjahres noch keine Prognose für das Gesamtjahr zulassen. Positiv wertet sie allerdings die starken Einnahmen bei der Umsatzsteuer. Dass die Lohnsteuereinnahmen in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit zulegen, ist für sie kein Widerspruch. Sie verweist auf die nach wie vor solide Beschäftigung und die "kalte Progression", also die Tatsache, dass ein Teil der jährlichen Lohnerhöhungen durch die Lohnsteuer abgeschöpft wird.

Bei der Lohnsteuer erwartet das Finanzministerium für das Gesamtjahr einen Anstieg der Einnahmen um 2,2 Prozent, von Jänner bis Juni waren es aber schon 6,3 Prozent. Auch der traditionell größte Einnahmenposten, die Umsatzsteuer, legte um 2,6 Prozent zu. Für das Gesamtjahr erwartet werden 2,0 Prozent. Zuwächse gibt es zwar auch bei der Kapitalertragssteuer und der Körperschaftssteuer auf Unternehmensgewinne, hier allerdings vorerst unter den Erwartungen für das Gesamtjahr.

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