Strabag baut Gewinn massiv aus
Zusammenfassung
- Strabag steigert Gewinn und Bauleistung deutlich, vor allem durch Infrastrukturprojekte wie Energie- und Wassernetze sowie Hightech-Fabriken.
- Wohnungsneubau in Österreich bleibt schwach, belastet durch hohe Baukosten, teure Grundstücke und restriktive Kreditvergabe.
- Trotz operativ starkem Ergebnis und internationaler Expansion fällt die Strabag-Aktie an der Wiener Börse leicht zurück.
Österreichs größter Baukonzern hat im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Dazu hat vor allem der Ausbau von Energie- und Wassernetzen und der Bau von Hightech-Fabriken beigetragen. Dazu gehören etwa die Südlink-Stromtrasse in Deutschland sowie Halbleiter-Fabriken und Rechenzentren.
Stark gewachsen ist bei der Strabag auch der Bereich „Defense“, also Infrastruktur, die militärisch genutzt wird. „Wir bauen Mannschaftsquartiere, einen NATO-Flughafen und Spitäler“, zählte Konzernchef Stefan Kratochwill auf. Generell sei Infrastruktur im Verteidigungsbereich die Basis, vor allem auch Brücken.
Fehlende Mittel der Gemeinden in Österreich und der späte Haushaltsbeschluss in Deutschland haben das Wachstum etwas gebremst. Auch die saftige Millionenstrafe von 146 Mio. Euro in der Causa Baukartell hinterließen Spuren im Ergebnis auf dem heimischen Markt.
Schwacher Neubau in Österreich
Der Wohnungsneubau sei in Österreich immer noch auf einem „sehr niedrigen Niveau“, sagte Kratochwill: „Angebot und Nachfrage gehen immer noch weit auseinander.“ Die Baukosten seien gestiegen, teure Grundstücke ein „Preistreiber“. Der Strabag-Chef führte auch die restriktive Kreditvergabe der Banken als Manko ins Treffen.
Auf Konzernebene habe man dies aber mehr als ausgleichen können. Seit dem vergangenen Jahr ist man auch in Australien aktiv, um den Jahreswechsel wurde die australische Georgiou Group übernommen. „Mit dem Markteintritt in Australien, dem Ausbau unseres Wasserinfrastrukturgeschäfts sowie Lösungen für leistbares Wohnen ist es uns gelungen, entscheidende Schritte zu setzen - gleichzeitig haben wir ein operativ starkes Ergebnis erwirtschaftet“, sagte Kratochwill.
Das Konzernergebnis legte gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf 916,28 Mio. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 17 Prozent auf rund 1,25 Mrd. Euro. Die entsprechende Marge erreichte 6,7 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs im Jahresvergleich um 24 Prozent auf gut 31,3 Mrd. Euro. Die Bauleistung stieg um 6 Prozent auf 20,4 Mrd. Euro. Heuer wird eine weitere Steigerung der Bauleistung auf rund 22 Mrd. Euro angepeilt.
Sorgen bereitet der Iran-Krieg. Er macht sich mit Preissteigerungen bei Treibstoff, Gas und Bitumen bemerkbar. Maßgeblich werde die Dauer des Krieges sein, heißt es aus dem Konzern.
Aktie im Minus
An der Wiener Börse mussten die Strabag-Papiere trotz der guten Zahlen Federn lassen. Bis zum Dienstagnachmittag gaben sie um 0,9 Prozent auf 84,90 Euro nach.
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