Spritpreisbremse wirkte nur kurz, am Freitag war das Tanken schon wieder teurer

Rund um das Inkrafttreten der "Spritpreisbremse" sind die Preise am gestrigen Donnerstag österreichweit leicht gesunken. Mit dem einsetzenden Osterreiseverkehr ziehen die Preise wieder an.
Tankstelle

Es war schon immer so. Rechtzeitig zu Beginn der Ferienzeit steigen die Preise an den Zapfsäulen. Daran ändert sich auch zu Ostern 2026 nichts, Spritpreisbremse hin oder her.

Von Mittwoch, 1. April, auf Donnerstag, 2. April - dem ersten Tag der Spritpreisbremse - sank der österreichweite Durchschnittswert wie von der Regierung erwünscht. Das zeigen die Daten der Regulierungsbehörde E-Control: Der Preis für einen Liter Superbenzin sank von 1,866 Euro auf 1,748 Euro. Detto beim Diesel: Am 2. April kostete ein Liter durchschnittlich 2,132 Euro, das war etwas weniger als am Tag davor (2,199 Euro). 

Auf und Ab

Nach der neuen Regelung dürfen Tankstellen drei Mal in der Woche (Montag, Mittwoch und Freitag) ihre Preise erhöhen - freilich auch senken. Die Möglichkeit zur Preisanhebung wurde am Freitag vielfach genutzt. Punktgenau. Viele Menschen sind am Freitag in den Osterurlaub aufgebrochen.

In offizielle Zahlen ließ sich das am Freitagnachmittag nicht belegen, die neuen Daten der E-Control für den Freitag-Durchschnittspreis kommen erst am Samstag. ÖAMTC-Experte Martin Grasslober erzählte exemplarisch von drei Tankstellen im Süden Wiens, bei denen "teilweise sehr deutlich" um 20 Cent erhöht wurde. Grasslobers Schlussfolgerung: "Man kommt an Preisvergleichen einfach nicht herum."

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) verteidigte die Preisbremse erneut. Für einmal Tanken spare man sich damit gut 5 bis 6 Euro, "ich halte das schon für eine wesentliche Maßnahme", so der Politiker im ORF. Außerdem werde deren Wirksamkeit laufend evaluiert.

Mit den diversen Spritpreisrechnern etwa der E-Control oder vom ÖAMTC können Autofahrer die jeweils billigsten Tankstellen in ihrer näheren Umgebung finden. 

Außerdem veröffentlichte der ÖAMTC Tipps fürs Osterwochenende.

Bei Reisen ins Ausland sollte man genau prüfen, ob es günstiger ist, noch an einer heimischen Tankstelle oder erst im Zielort zu tanken:

  • In Ungarn und der Slowakei gelten die durch staatliche Eingriffe günstigeren Preise üblicherweise nur für die jeweiligen Staatsbürger:innen. Mit österreichischem Kennzeichen zahlt man meist einen deutlich höheren Preis. Diese unzulässige Diskriminierung wurde bereits von der EU-Kommission festgestellt.
  • In Deutschland sind die Preise aktuell wie üblich deutlich höher als in Österreich.
  • Die Preise in Italien könnten aufgrund einer deutlichen Steuersenkung aktuell sogar günstiger sein als an österreichischen Tankstellen.
  • Slowenien und Kroatien haben abseits von Autobahnen und Schnellstraßen staatlich regulierte Höchstpreise, die üblicherweise deutlich unter den österreichischen Durchschnittspreisen liegen.
  • In Nachbarländern mit niedrigen Kraftstoffpreisen ist an den Tankstellen in Grenznähe mit längeren Wartezeiten zu rechnen.
  • Allgemein empfiehlt es sich, nicht mit letzter Reserve zu verreisen, da vereinzelt mit leergekauften Kraftstofftanks zu rechnen ist. In Slowenien gilt deshalb auch eine maximale Abgabemenge von 50 Litern je Pkw.

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