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Wirtschaft
07/03/2019

Saftige Pleite eines Fertigteilhaus-Errichters

Hohe Kosten für Mängelbehebungen sollen letztendlich zur Insolvenz geführt haben. Die Löhne und Gehälter sollen seit November 2018 nicht oder nur noch zum Teil ausbezahlt worden sein.

„Die aktuelle Krise wurde auch durch hohe Mängelbehebungskosten bei bereits realisierten Objekten ausgelöst, wobei die Antragstellerin alternativ, also anstatt Mängelbehebungsarbeiten durch Subfirmen zu veranlassen, mit den Bauherren eine Reduktion des vereinbarten Preises vereinbarte“, teilt das Unternehmen dem Insolvenzgericht mit. „Durch die Aufwendungen für die Mängelbehebung bzw. die Kürzung des vereinbarten Preises verschlechterte sich die finanzielle Situation der Antragstellerin zusehends.“ Dazu kommt, dass es Verzögerungen bei der Investorensuch gegeben haben soll. Eine Vereinbarung mit einem Investor soll nicht umgesetzt worden sein.

Nun musste die Greenhouse Bau- und Projektmanagement GmbH, früher DUC Dynamic Holding GmbH, ein Sanierungsverfahren beim Landesgericht Graz beantragen. Laut KSV1870 und Creditreform wurde es bereits eröffnet. Das Unternehmen soll fortgeführt und saniert werden.

Die Löhne und Gehälter sollen seit November 2018 nicht oder nur noch teilweise ausbezahlt worden sein, die betroffenen Mitarbeiter sind vor Gericht gezogen. Derzeit gibt es nur noch einen Dienstnehmer. Detail am Rande: 2017 betrug der Bilanzverlust 158.300 Euro, 2018 soll er bereits 320.000 Euro betragen haben.

15 Klagen

Gegen das Unternehmen sollen 15 Klagen eingebracht worden sein, zwei Klagen hat das Unternehmen selbst angestrengt.

 

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten werden mit 910.000 Euro beziffert, davon entfallen 295.000 Euro auf Lieferanten, 250.000 Euro auf die Finanz, 69.000 Euro auf die Gebietskrankenkasse, 85.000 Euro auf die Mitarbeiter, 46.000 Euro auf die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) sowie 165.000 Euro auf Schadenersatz- und Gewährleistungsansprüche.

Das Vermögen wird mit 589.500 Euro beziffert, davon entfallen 489.000 Euro auf offene Forderungen gegen Kunden, 80.000 Euro auf Forderungen gegen Subfirmen und 19.000 Euro liegen auf einem Bankkonto.

Die Zukunft

Den Gläubigern sollen 20 Prozent Quote geboten werden. Der Sanierungsplan soll aus dem Fortbetrieb und durch den Einstieg eines Investors finanziert werden.