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Wirtschaft
12/03/2019

Saftige Pleite eines bekannten Fisch-Restaurants

Das Unternehmen hat rund 349.000 Euro Schulden, es soll aber fortgeführt werden. Das Insolvenzverfahren wurde am Mittwoch eröffnet.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

"Entdecken Sie die kulinarische Seele Kroatiens. Genießen Sie raffinierte Kreationen höchster Qualität in behaglichem Ambiente. Wir verarbeiten nur die besten Originalzutaten aus Kroatien. Dass unser Fisch aus der Adria auf direktem Weg zu uns geliefert wird, versteht sich fast von selbst. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Restaurant Lubin ", heißt es auf der Firmenhomepage.

Die Rede ist von der Lubin GmbH. Sie betreibt das auf Fischspezialitäten spezialisierte Restaurant „Lubin“ im 3. Wiener Gemeindebezirk und zugleich ein Fischgeschäft. Nun musste der Geschäftsführer beim Handelsgericht Wien ein Insolvenzverfahren beantragen. Zwölf Mitarbeiter und 33 Gläubiger sind betroffen.

Detail am Rande: Die Restaurant-Kritiker vom Falstaff vergaben dem "Lubin" 86 Punkte sowie zwei Gabeln.

"Die Antragstellerin beabsichtigt, ihr Unternehmen unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters fortzuführen und bietet den Gläubigern in ihrem Eigenantrag auf Eröffnung eines
Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung einen Sanierungsplanvorschlag in Höhe von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren", teilen die Gläubigerschutzverbände AKV und Creditreform mit.

"Mit Hilfe des ausgewiesenen Sanierungs- und Insolvenzrechtsexperten Robert Klein wird jetzt eine Sanierung des Unternehmens angestrebt, alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben", sagt Gerhard Weinhofer von Creditreform. Das Insolvenzverfahren wurde am Mittwoch eröffnet.

Schulden und Vermögen

Das Unternehmen hat laut Creditreform rund 349.000 Euro Schulden, davon entfallen 170.000 Euro auf Lieferanten, 60.000 Euro auf Banken, 44.000 Euro auf die Gebietskrankenkasse und 32.000 Euro auf die Finanz.

"Das Abgleiten in die nunmehrige Insolvenz wird auf eine unfallbedingte mehrmonatige Abwesenheit des Geschäftsführers im Unternehmen und die daraus resultierenden Probleme im Unternehmen zurückgeführt" zitiert der AKV aus dem Insolvenzantrag. Dazu muss man wissen, dass der Geschäftsführer einen sehr schweren Unfall hatte und die Gesundung sehr lange dauerte.

Laut Firmencompass betrugen im Vorjahr der Verlustvortrag 113.400 Euro und die Verbindlichkeiten 355.000 Euro. Im Jahr 2017 betrugen die Schulden noch 220.000 Euro.

 

Neustart geplant

Nach der Genesung war es dem Geschäftsführer aber wieder möglich, ein neues Team aufzubauen. Die Ertragslage soll sich auch verbessert haben. Doch die Anfangsverluste seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2010 konnten trotz des gewinnbringenden Betriebs nicht wettgemacht werden. Der Fortbetrieb soll jetzt aber genug Geld ein spielen, um die Sanierungsquote (20 Prozent) zu bezahlen. Im Fall einer Schließung würden die Gläubiger nur die Hälfte der angebotenen Quote erhalten.