Lauda-Mitarbeiter können aufatmen

Ein Flugzeug der Ryanair-Tochter Lauda Europe (früher: Laudamotion)

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
08/17/2021

Ryanair zahlt Lauda-Piloten nur noch nach Flugstunden

Gewerkschaft appelliert an Regierung: Strengere Maßnahmen gegen Sozialdumping in der Luftfahrtsbranche gefordert

Die Gewerkschaft vida hat die neuen Arbeitsverträge für Piloten der Ryanair-Tochter Lauda Europe (früher: Laudamotion) kritisiert. In den neuen Verträgen sei nun das Grundgehalt gestrichen worden, geleistete Flugstunden sollen mit 40 Euro brutto vergütet werden, heißt es in einer vida-Aussendung vom Dienstag. "Vorher hätten die Piloten zumindest noch 40 Flugstunden als monatliches Grundgehalt ausbezahlt bekommen - wenn auch ohne vertraglichen Rechtsanspruch - und so zumindest auf ein Basiseinkommen von 1.600 Euro brutto im Monat hoffen können", so die Gewerkschaft.

Gewerkschaft kritisierte Ryanair-Umgang bereits 2018

Die irische Billig-Airline Ryanair hatte die österreichische Fluggesellschaft Laudamotion 2018 zur Gänze von Niki Lauda übernommen, das Geschäft ging im Herbst 2020 aber auf die in Malta neu gegründete Lauda Europe über. Im Juli hatte die Gewerkschaft Angstmache gegenüber Mitarbeitern bei Lauda verurteilt. Medien berichteten damals über einen "harschen Ton" seitens der Ryanair-Führung gegenüber der Wiener Tochter Lauda wegen schwacher Bordverkäufe.

Härtere Sanktionen gefordert

Der Vorsitzender des vida-Fachbereichs Luftfahrt, Daniel Liebhart, forderte Maßnahmen der türkis-grünen Regierung gegen Sozialdumping in der Luftfahrtbranche. Durch die Beschäftigungspolitik von Lauda werde "ein Dumpingwettbewerb in der Branche erzeugt, wodurch mittelfristig jedes Unternehmen zu derartig fragwürdigen Praktiken greifen wird, um im harten Preiskampf bestehen zu können". Der Gewerkschafter appellierte an die Wirtschaftskammer mit einem Branchen-Kollektivvertrag gegen Sozialdumping vorzugehen. "Sonst wird es auch in Zukunft Pilotinnen und Piloten mit Dienstort Flughafen Wien und befristeten, prekären maltesischen oder ähnlichen Dienstverträgen in Österreich geben und es kann weiter auf Kosten der Beschäftigten billig geflogen werden", sagte Liebhart.

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