Vision 2030: Walter Oblin will aus der Post mehr als eine Post machen
Post-Chef Oblin beim vorweihnachtlichen Packerl-Schupfen
Nach einem außergewöhnlich guten Jahr 2024 musste die teilstaatliche Post AG - 52,8 Prozent gehören der Republik - im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 bei Umsatz und Ertrag Federn lassen.
2024 gab es freilich bundesweite Wahlen, wodurch das Ergebnis um 40 Millionen Euro positiv beeinflusst wurde. Weitere 80 Millionen Euro kamen aus Wechselkursgewinnen mit der türkischen Lira herein. Insofern relativierte Post-Chef Walter Oblin am Donnerstag bei der Bilanz-Präsentation das leichte Minus und gab sich zufrieden mit dem aus seiner Sicht "stabilen Ergebnis in einem schwierigen Marktumfeld".
Konkret reduzierte sich der Umsatz der Post 2025 um 2,6 Prozent auf 3,043 Milliarden Euro. Das Briefgeschäft ist seit vielen Jahren rückläufig, bringt aber immer noch mehr als 1,1 Milliarden Euro an Umsatz. Noch einmal leicht zulegen konnte das Paket-Geschäft, es trägt 1,72 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz bei. Der Rest kommt von der Bank99, die erstmals nach fünf Jahren auf dem Markt auch einen kleinen Gewinn abwarf.
Unterm Strich verzeichnet das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) einen Rückgang von 2,2 Prozent auf 413,3 Mio. Euro. Von 145,9 auf 134 Millionen Euro, also um 8,1 Prozent, sank der Gewinn des Unternehmens.
Die Post-Aktie reagierte auf die Zahlenvorlage mit einem Minus von bis zu drei Prozent. Die Analysten der Erste Group und von Barclays bewerteten die vorgelegten Ergebnisse als weitgehend im Rahmen der Erwartungen.
Oblin hält sich aber nicht mit dem Blick in die Vergangenheit auf, er werkt weiter an seiner Vision 2030. Sie beinhaltet Elemente wie die weitere Expansion im Paketgeschäft, Investitionen in die Nachhaltigkeit des Unternehmens oder weiter einen sicheren Arbeitsplatz für in Summe 30.000 Beschäftigte zu bieten.
Auch inhaltlich ist die Stoßrichtung klar. "Wir wollen mehr als eine Post sein", sagt Oblin. Und nennt die Bereiche Post, Bank, Telekom und noch mehr "wesentliche Dienstleistungen des Alltags" aus einer Hand. Welche das genau sein könnten, verrät Oblin noch nicht. Bekannt ist: Ab 1. April startet das neue Post-eigene Mobilfunkangebot namens Yelllow. Außerdem ändert sich dank einer neuen "lässigeren" Dienstkleidung das optische Erscheinungsbild der Post-Mitarbeitenden in den Filialen. Umgestellt wird von weißen Hemden auf schwarze Shirts mit gelben Post-Elementen etwa an den Ärmeln.
Der Ansatz, die "Dienstleistungen des Alltags" anzubieten, gilt naturgemäß auch für die Business-Kunden der Post. Ein Beispiel: Mit 140 Hochsicherheitsfahrzeugen ist die Post mittlerweile die größte Werttransporteurin im Cash Management in Österreich - unterwegs etwa für die Supermarktkette Spar.
Rückzug bei Lotterien
Nichts geworden ist es mit den angepeilten Lotterie-Lizenzen. Nach einem Machtwort auf Eigentümerebene zog sich die Post vor Kurzem aus einem Konsortium rund um Brightstar Lottery zurück. Die Post wäre in Konkurrenz zu den ebenfalls teilstaatlichen Casinos Austria getreten, zu denen die Lotterien gehören.
Zum Ausblick hieß es, es werde ein leichter Umsatzanstieg bei einer weitgehend stabilen Ergebnisentwicklung in der Größenordnung der vergangenen Jahre angepeilt.
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