Wirtschaft
13.12.2017

Pleite des Motorrad-Zubehör-Händlers Hein Gericke: Auch Österreich-Tochter betroffen

Nach der Pleite der Mutterfirma in Deutschland ist auch Österreich-Ableger insolvent.

Eigentlich sollten die vier Filialen des bekannten Motorrad-Zubehör- und Bekleidungshändlers Hein Gericke Austria in Wien, St. Pölten und Linz Ende September einfach geschlossen werden. Doch nun kommt es auch in Österreich zu einem finanziellen Motorschaden.

Über die Hein Gericke Austria Handels GmbH mit Sitz in 1230 Wien, Grawatschgasse 18, ist laut dem Gläubigerschutzverband Creditreform ein „ausländisches EU-Primärinsolvenzverfahren" eröffnet worden. Den Antrag dürfte der deutsche Anwalt von Rutian Liao, Geschäftsführer von Hein Gericke Europe und Hein Gericke Austria, gestellt haben. Rutian "Paul" Liao bzw die chinesische Liao Group Enterprise (Helmfirma LS2) seiner Familie ist 2014 offenbar als Investor eingestiegen. Laut Handelsgericht Wien ist der Bremer Anwalt Bora Alexander Haslinger zum Insolvenzverwalter der Österreich-Tochter bestellt worden.

Laut Firmenkompass beziffert die Österreich-Tochter (Stand 30. September 2016) den Bilanzverlust mit rund 3,15 Millionen Euro, davon wurden 2,919 Millionen Euro Verbindlichkeiten aus den Vorjahren auf neue Rechnung vorgetragen. Das negative Eigenkapital wird mit 774.500 Euro beziffert, die Verbindlichkeiten mit 2,18 Millionen Euro.

Über die Hein Gericke Europa GmbH mit Sitz in Düsseldorf wurde Anfang November 2017 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Das war aber nicht die erste Pleite der Firmengruppe.

„Mit Datum vom 30. September 2015 stellte die Geschäftsführung Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Hein Gericke Europe GmbH“, heißt es im Bilanzlagebericht 2015 vom 27. Juli 2017. „Das Amtsgericht Düsseldorf eröffnete daraufhin mit Beschluss vom 28. Dezember 2015 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Insolvenzschuldnerin unter Anordnung der Eigenverwaltung und ernannte Herrn Rechtsanwalt Kreplin zum Sachwalter. Mit Beschlüssen des Amtsgerichtes Düsseldorf vom 04. Februar und 24. Februar 2016 wurde über den vorgelegten Insolvenzplan beschlossen und dieser bestätigt. Das Insolvenzverfahren ist sodann wieder aufgehoben worden.“