Opernball: Politik und Wirtschaft in richtig schöner Stimmung
Staatssekretär Alexander Pröll (2.v.li.) und Dorothee Bär Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt der Bundesrepublik Deutschland (im goldenen Kleid).
Wenn um 21.15 Uhr die sonst so übervolle Feststiege plötzlich leer wird, Polizisten wuseln und die Nervosität steigt, dann fahren Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Gattin Doris Schmidauer zur Wiener Staatsoper vor. Heuer ohne offizielle Gäste, obwohl Van der Bellen den Opernball in einem Facebook-Posting sogar als „Staatsball der Republik“ bezeichnet hat.
Von Regierungsseite schritt Vizekanzler Andreas Babler mit Max Minichmayr aus der Lebenshilfe Baden über den roten Teppich. Infrastrukturminister Peter Hanke und Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner bestritten gemeinsam den Einzug in die Oper. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger kam mit Amtskolleginnen aus den Philippinen und Albanien - und buchte dafür eine eigene Loge.
Logen-Hopping
In den mehr als 80 Logen des Opernballs wird es dann nahezu privat. Die Türen der Boxen werden geschlossen, Rückzug, Konzentration auf das Eröffnungsprogramm. Ein Innehalten, bevor es danach richtig losgeht: Feststimmung in den Logen und auf den Gängen, Geschiebe, Sehen und Gesehen werden. Die Staatsoper ist an diesem Abend ein Netzwerkklub der anderen Art: namhafte Unternehmen wie Raiffeisen, die Unicredit Bank Austria, die Österreichische Nationalbank (OeNB), Casinos Austria oder L’Oreal besetzen ihre Logen – mit Firmenlenkern und wichtigen Geschäftspartnern. Und man hatte an diesem Ballabend das Gefühl: So ausgelassen und fröhlich war die Stimmung schon lange nicht.
In der Loge der Raiffeisen-NÖ-Wien empfingen die Vorstände Michael Höllerer (ab 1. Juli bei der RBI), Martin Hauer (wird ab 1. Juli Generaldirektor) und Roland Mechtler ihre Gäste. ÖFB-Präsident und LLI-Chef Josef Pröll war hier geladen. In der Falstaff-Loge von Wolfgang und Angelika Rosam war Star-Gastronom Wolfgang Puck anzutreffen. Er kam, mit einem Stopp bei seinem Restaurant in London, extra für den Opernball und brachte Ehefrau Gelila mit. Sie unterhielten sich mit Mäzenin und Milliarden-Erbin Ingrid Flick. Oben, am zweiten Rang, hatten die Unternehmer und Ex-Politiker Sebastian Kurz und Elisabeth Köstinger zwei Logen, vor denen der Trubel besonders groß war. Logen-Hopping ist beim Opernball nämlich besonders wichtig: man besucht einander, flaniert von Loge zu Loge – Netzwerken in Abendkleid und Frack.
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