Wirtschaft
10.09.2018

Österreich legt mutiges Konzept für Expo 2020 in Dubai vor

Nach Schanghai und Mailand soll die Weltausstellung am Persischen Golf wieder ein Türöffner sein.

Sie sind Spiegel ihrer Zeit, mit einem Blick in die Zukunft, heißt es – die seit 1851 stattfindenden Weltausstellungen. Für die nächste wurde Dubai gewählt, für Österreich hat sie eine ganz besondere Bedeutung.

Fünf Milliarden Euro investiert Österreichs Wirtschaft jährlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das ist mehr als in Frankreich, Italien oder China. 230 heimische Unternehmen sind in der Region tätig. Österreich ist am Persischen Golf gut angeschrieben, was nicht zuletzt auf die Leistungen der heimischen Unternehmen zurückzuführen ist. Noch dazu handelt es sich um die erste Weltausstellung im arabischen Raum.

„Damit ist die Expo in Dubai ein einmaliges Werbefenster für Österreichs Wirtschaft“, sagt Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck bei der Vorstellung des österreichischen Konzepts. Eine derart große Plattform bietet sich in diesen Breitengraden nicht so bald wieder. 25 Millionen Besucher werden erwartet, im österreichischen Pavillon rechnet man mit drei Millionen Gästen. Sieben Milliarden Euro investiert Dubai in die Expo, auch hier wollen die Österreicher mitnaschen.

Erfolg wiederholen

Unbedingt will man die Erfolge der Expo 2015 in Mailand und Schanghai 2010 wiederholen. Vor allem in Mailand zählte der österreichische Pavillon mit viel Natur als „Oase der Ruhe“ zu den Highlights der Ausstellung. Mit einem Pavillon, der an die für die Region typischen Windtürme erinnert, soll 2020 an die Erfolgsserie angeknüpft werden.

Das mutige Konzept ist auch notwendig, denn es ist nicht einfach, auf einer Expo hervorzustechen. 180 Länder sind in Dubai vertreten, die Besucher sind einem regelrechten Informationsüberfluss ausgesetzt. „Daten und Fakten gehen unter, aber Emotionen bleiben länger erhalten“, sagt Regierungskommissärin Beatrix Karl, die als Koordinatorin am Projekt mitwirkt.

In einmaligen Räumlichkeiten sollen innovative Energie- und Umwelttechniken sowie Neuerungen aus den Bereichen Maschinenbau und Nachrichtengeräten gezeigt werden. Ein Fokus wird darauf liegen, Österreich nicht nur als Hightech-, sondern auch als Lowtech-Standort zu präsentieren. „Die Verbindung von Innovation und Ruhe zeichnet uns aus“, sagt Schramböck. So sollen mit gewohnter österreichischer Gastfreundschaft Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit präsentiert werden.

Entschleunigung

Die dadurch erreichte Entschleunigung ist nicht ganz ohne Hintergedanken: „Wir wollen die Bühne auch nutzen, um Österreich als Tourismusland zu bewerben“, sagt Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. Die Kammer ist Kooperationspartner des Ministeriums bei der Beteiligung an der Expo. Mahrer will dafür sorgen, dass nicht nur heimische Unternehmen, sondern auch Start-ups mit potenziellen Kunden in Kontakt kommen. Die Kosten für die österreichische Beteiligung liegen bei knapp 16,5 Millionen Euro.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind der wichtigste Handelspartner Österreichs in der Golfregion. Österreichs Exporte beliefen sich 2017 auf 610 Millionen Euro, importiert wurden Waren im Wert von 114 Millionen Euro. Das Außenhandelsvolumen war bedingt durch die Ölpreisentwicklung allerdings rückläufig.