Heimische Gasspeicher zu 45 Prozent gefüllt: Kein Grund zur Sorge

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Wegen kälterer Temperaturen wurde mehr Gas verbraucht, als etwa im Vorjahr. Um die Versorgungssicherheit müsse man sich jedoch keine Sorgen machen.

Zusammenfassung

  • Österreichs Gasspeicher sind trotz kälterem Winter zu rund 45 Prozent gefüllt, im Vergleich zum Vorjahr (62 Prozent) niedriger, aber im langjährigen Durchschnitt nicht ungewöhnlich.
  • Der Gasverbrauch stieg durch den kalten Winter und geringere Stromproduktion aus erneuerbaren Energien, die Gasimporte laufen jedoch normal weiter.
  • Die Versorgung ist laut Behörden und Wirtschaftsministerium gesichert, strategische Gasreserven sind unangetastet und mittelfristig werden fallende Gaspreise erwartet.

Trotz eines deutlich kälteren Winters sind die österreichischen Gasspeicher Anfang Februar noch fast zur Hälfte gefüllt. 

Der Füllstand liegt derzeit bei rund 45 Prozent, wie die Regulierungsbehörde E-Control und das Wirtschaftsministerium berichteten. Vor einem Jahr lag der Wert bei 62 Prozent. "Wenn es so kalt ist, wie es dieses Jahr ist, werden die Speicher natürlich auch stärker genützt, also eigentlich nichts Erstaunliches", sagt Carola Millgramm von der E-Control.

Weniger Strom aus Alternativen

Der aktuelle Füllstand fällt im Vergleich zu den vorangegangenen, milderen Wintern zwar deutlich geringer aus, im langjährigen Durchschnitt ist er aber nicht ungewöhnlich. Auch war die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Wind und Sonne zuletzt vergleichsweise gering, was den Gaseinsatz zur Stromproduktion erhöhte. Grund zur Sorge gebe es nicht - Österreich hat nicht nur größere Gasspeicher als andere Länder, sondern nach dem russischen Angriff auf die Ukraine auch eine strategische Gasreserve angelegt. 

"Die 20 Terawattstunden sind immer noch vollständig vorhanden", sagte die Leiterin der Gas-Abteilung bei der E-Control am Donnerstag im Ö1-Morgenjournal. "Sie sind ja auch tatsächlich für einen Notfall gedacht, der bisher noch nicht eingetreten ist." Gleichzeitig fließen die Gasimporte über Deutschland normal weiter.

Hattmannsdorfer: Versorgung gesichert

Österreichs Versorgung mit Gas sei gesichert, sagte auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). "Wir haben vorgesorgt für den Ernstfall, der aber nicht vorhanden ist." Mittelfristig rechne man mit fallenden Gaspreisen. Die E-Control erwartet, dass mehr LNG, also verflüssigtes Erdgas, auf den Markt kommen wird.

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