Ökonomen warnen Unternehmen vor Kontakten mit AfD

Presentation of the annual report by the German Council of Economic Experts
Nach der Regierung bezweifeln auch Wirtschaftsexperten die Sinnhaftigkeit von inhaltlichen Diskursen.

Zwei führende deutsche Ökonomen warnen Unternehmen vor engen Kontakten mit der AfD. Jens Südekum, Wirtschaftsberater des deutschen Finanzministers Lars Klingbeil (SPD)  sagte zum Handelsblatt: "Die AfD macht den Unternehmen wie der Bevölkerung kein reales Politikangebot. Sie bietet ein imaginäres Luftschloss". Er warnte: "Es wird kein ehrlicher inhaltlicher Diskurs stattfinden."

VERANSTALTUNG SPÖ "THEMENRAT: ZEIT FÜR DIE WENDE. AUFBRUCH IN EINE NEUE INDUSTRIEPOLITIK": SÜDEKUM

Ökonom Jens Südekum

Erst vor wenigen Tagen haben sowohl Klingbeil als auch Kanzler Friedrich Merz vor dem Populismus von rechts gewarnt. "Diese Partei schadet unserem Land", sagte Finanzminister und SPD-Chef Klingbeil am Dienstag beim Arbeitgebertag in Berlin. Die demokratische Mitte müsse Lösungen für Deutschland finden. "Aber dafür macht man nichts mit den Rechtsextremen." 

Hintergrund ist, dass sich der Verband der Familienunternehmer zuletzt für Gespräche mit der AfD geöffnet hat. Zu einem Parlamentarischen Abend im Oktober lud er auch AfD-Politiker ein. Mehrere Mitgliedsunternehmen erklärten daraufhin ihren Austritt aus dem Verband. Andere warben für eine kritische Auseinandersetzung mit der Partei.

"Radikalreformfantasien können nicht die Lösung sein"

"Mit der Öffnung zur AfD degradiert sich der Verband der Familienunternehmer zum Steigbügelhalter der Rechtspopulisten", kritisierte Südekum. Die AfD werde sich in inhaltlichen Fragen maximal flexibel zeigen, allen Wünschen der Familienunternehmer entgegenkommen und die Bühne nutzen, um sich als seriöser Gesprächspartner zu inszenieren. "Das tatsächliche inhaltliche Vakuum und die gefährlichen Irrungen in ihrer Wirtschaftspolitik wird sie geschickt zu kaschieren wissen."

Wirtschaftsweise bezweifelt Sinnhaftigkeit

Der Wirtschaftsweise Achim Truger bezweifelte den Sinn von Gesprächen mit der AfD. "Mir ist absolut schleierhaft, wie die Familienunternehmer so naiv sein können, sich von der AfD ernsthaft etwas Positives für die Wirtschaft zu erhoffen", sagte er dem Handelsblatt . "Es ist klar, dass die Lage in manchen Unternehmen nach vielen Jahren der Krise und immer neuen ökonomischen Schocks sehr angespannt ist, aber vermeintlich einfache Radikalreformfantasien können nicht die Lösung sein."

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