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Wirtschaft
03/18/2019

Gefälschte Produkte im Wert von Belgiens Wirtschaftsleistung

Nebenfront im Handelsstreit: Mehr als 80 Prozent kommen aus China. Der Schaden trifft vor allem die USA und Europa.

Es ist eine der unerfreulichen Begleiterscheinungen der Globalisierung: 3,3 Prozent des weltweiten Handels entfallen auf gefälschte Produkte, das entspricht einem Wert von 509 Milliarden US-Dollar (485 Mrd. Euro) oder ungefähr der belgischen Wirtschaftsleistung: Das stellte die OECD in Paris basierend auf Zollerhebungen für 2016 fest.

Am häufigsten kopiert werden demnach Schuhe, gefolgt von Bekleidung, Ledertaschen, elektronischen Geräten und Uhren.

China gegen USA

Das Thema ist ein Nebenschauplatz des Handelskrieges, denn der Hauptverursacher ist eindeutig identifizierbar: Mehr als 80 Prozent der Fälschungen stammen demnach aus China und Hongkong. Daneben spielen nur die Türkei und Singapur mit knapp fünf und zwei Prozent eine Rolle.

Die geschädigten Patent- oder Rechteinhaber sitzen hingegen zu fast einem Viertel in den USA, gefolgt von Frankreich (17 Prozent), Italien (15 Prozent), Schweiz, Deutschland und Japan.

Gefährliche Medikamente

Allerdings seien Produktfälschungen längst nicht nur für reiche Industriestaaten ein Problem. Falsche Medikamente stellten gerade für Entwicklungsländer eine Gefahr dar.

Wertmäßig wird der Großteil der Fake-Produkte zwar bei Schiffscontainern (56 Prozent) aufgegriffen.

Das Problem für die Zollbehörden ist jedoch, dass mengenmäßig der Großteil (69 Prozent) mit kleinen Paketen ganz banal über Post- und Kurierdienste verschickt wird.