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Wirtschaft
05/21/2019

OECD sieht viele Risiken für die Weltwirtschaft

Für heuer wird Wachstumsprognose von 3,3 auf 3,2 Prozent trotzdem nur minimal gesenkt

Die Industriestaaten-Organisation OECD sorgt sich angesichts der zunehmenden Handelskonflikte um die Weltkonjunktur. "Die Aussichten sind weiterhin trübe", sagte die Chefökonomin der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Laurence Boone, zu dem am Dienstag veröffentlichten Wirtschaftsausblick.

Für heuer rechnet die Organisation nur noch mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,2 (bisher 3,3) Prozent, nachdem es 2018 noch zu 3,5 Prozent gereicht hatte. Für das kommende Jahr werden unverändert 3,4 Prozent vorausgesagt. "Sollten Abwärtsrisiken eintreten oder sich gegenseitig verstärken, könnte das Wachstum deutlich schwächer ausfallen als hier unterstellt", warnte Boone. "Zahlreiche Abwärtsrisiken werfen dunkle Schatten auf die Weltwirtschaft und das gesellschaftliche Wohlergehen." Allein die erneuten Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China könnten das globale Wachstum über zwei bis drei Jahre um mehr als 0,6 Prozent schmälern.

Zu den größten Risiken zählten längerfristig höhere Handelszölle zwischen den Vereinigten Staaten und China, zusätzliche Zölle auf den Handel zwischen den USA und der Europäischen Union sowie eine stärkere Konjunkturabkühlung in China. Ungewissheit über den Brexit sowie finanzielle Risiken wegen der hohen Verschuldung und einer sich verschlechternden Kreditqualität könnten das Wachstum ebenfalls dämpfen.

Für die weltgrößte Volkswirtschaft USA erhöhte die OECD gegen den Trend ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 2,8 (bisher 2,6) Prozent und für 2020 auf 2,3 (2,2) Prozent. Für die Nummer zwei China wurde die Prognose bei 6,2 beziehungsweise 6,0 Prozent belassen.

Die OECD geht nach wie vor davon aus, dass sich das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr auf 0,7 Prozent halbieren wird. Für 2020 wird ein kräftigeres Plus von 1,6 Prozent vorausgesagt. "Die zunehmenden politischen Ungewissheiten in Bezug auf Handelskonflikte und den Brexit belasten das Geschäftsklima", erklärte die Organisation. "Aufgrund dessen wird mit einer Verlangsamung des Exportwachstums und der Unternehmensinvestitionen gerechnet." Die boomende Baubranche sowie der von Rekord-Beschäftigung und steigenden Löhnen befeuerte private Konsum dürften die Konjunktur aber stützen.

(GRAFIK 0618-19)