Mahle-Produktion in Stuttgart

© Mahle International GmbH

Wirtschaft
04/27/2021

Autozulieferer Mahle rutschte 2020 noch deutlicher ins Minus

Im 100. Firmenjahr belief sich der Verlust des Unternehmens auf 434 Millionen Euro.

Der kriselnde deutsche Autozulieferer Mahle ist auch wegen eines Einbruchs der weltweiten Autoproduktion 2020 noch stĂ€rker ins Minus gerutscht als zuvor. Im 100. Firmenjahr belief sich der Verlust auf 434 Mio. Euro, wie aus den am Dienstag vorgestellten Zahlen des Unternehmens hervorgeht. 2019 hatte der Stuttgarter Konzern, der auch in Österreich aktiv ist, ein Minus von 212 Mio. Euro verbucht. Im Jahr 2018 war hingegen noch ein Gewinn erwirtschaftet worden.

Im JubilĂ€umsjahr des 1920 gegrĂŒndeten Unternehmens sank auch der Umsatz rapide - im Vorjahresvergleich um 18,9 Prozent auf nur noch 9,8 Mrd. Euro. Nimmt man das Jahr 2017 als Maßstab, sind die Erlöse zwischenzeitlich gar um nahezu ein Viertel (23,6 Prozent) eingebrochen.

Starkes China-GeschÀft

Interimskonzernchef Michael Frick sagte trotz des drastischen RĂŒckgangs, das Umsatzergebnis sei am Ende "deutlich besser" gewesen als zwischenzeitlich befĂŒrchtet. Das habe nicht zuletzt am starken China-GeschĂ€ft gelegen, in dem Mahle seine UmsĂ€tze leicht auf 1,3 Mrd. Euro steigerte. Die immense Nachfrage aus China treibt trotz der Coronapandemie zurzeit das Wachstum etlicher namhafter Autohersteller und Zulieferer.

Lange verdiente Mahle sein Geld vor allem mit Filtern, Kolben und Pumpen fĂŒr den Verbrennungsmotor, doch seit dem verstĂ€rkten Umstieg etlicher Autobauer auf die E-MobilitĂ€t gilt das nicht mehr als tragfĂ€higes GeschĂ€ftsfeld. Arbeitnehmervertreter warfen Mahle zuletzt immer wieder vor, sich zu spĂ€t und zu unentschlossen auf die neuen Erfordernisse umgestellt zu haben.

Harter Sparkurs

In diesem Zusammenhang ist auch der Abgang des intern und öffentlich in die Kritik geratenen Konzernchefs Jörg Stratmann im MĂ€rz zu sehen. Interimsweise fĂŒhrt nun Finanzchef Frick das Unternehmen, das angesichts der Krise einen harten Sparkurs mit Stellenstreichungen und Werksschließungen einschlĂ€gt. Im laufenden Jahr wolle man unter dem Strich wieder einen Gewinn einfahren, sagte Frick.

Weltweit beschĂ€ftigt Mahle Ende 2020 etwa 72.200 Menschen. Im KĂ€rntner St. Michael ob Bleiburg/Smihel pri Pliberku (Bezirk Völkermarkt) arbeiteten Ende 2019 gut 1.750 Menschen fĂŒr Mahle Filtersysteme Austria, eine Tochter der Mahle Filtersysteme Deutschland. In Vöcklabruck in Oberösterreich arbeiten weitere rund 200 Menschen fĂŒr Mahle.

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