Auf Firmengründer lastet oft hohe Schuldenlast

© dpa - Heiko Wolfram

Wirtschaft
05/21/2019

Nach saftiger Anklage: Millionenpleite eines Bautechnikers

Nach eigener Darstellung wurde gegen den Techniker Anklage wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue erhoben.

Die Pleite geht auf einen brisanten Skandal zurück. Jetzt musste DI Karl F., Ziviltechniker für Bauwesen, mit Sitz im Burgenland, den Weg zum Konkursgericht antreten. Der Schuldner hatte im Jahr 2007 mit der Begas Kraftwerk GmbH einen Planungsvertrag für Leistungen im Rahmen der Errichtung einer Reststoffverwertungsanlage in Heiligenkreuz abgeschlossen. Laut Creditreform betrug das Pauschalhonorar gedeckelt 1,5 Millionen Euro, ausgezahlt wurde es in verschiedenen Tranchen.

"Im Rahmen des sogenannten Begas-Skandals, der Gegenstand zahlreicher Medienberichte war, wurden auch kriminalpolizeiliche Ermittlungen gegen DI Karl F. eingeleitet, wobei auch wichtige Geschäftsunterlagen beschlagnahmt wurden", erklärt Alexander Klikovits vom Gläubigerschutzverband KSV1870. Laut Schuldner soll er beschuldigt worden sein, "überhöht abgerechnet zu haben". Laut Rechnungshof soll das Honorar um 587.500 Euro überzahlt gewesen sein, wie der Betrag errechnet wurde, gab der Rechnungshof laut Schuldner angeblich aber nicht an.

Saftige Anklage

Der Zviltechniker gibt an, in die kriminellen bereich der Begas-Affäre hineingezogen worden zu sein. "Durch die einschlägige Medienberichterstattung ging der Umsatz des Ziviltechnikerbüros stark zurück", weiß der KSV1870

Nach eigener Darstellung von DI F. wurde laut KSV1870 gegen ihn Anklage wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue erhoben. Der Schuldner wollte das Sachverständigengutachten widerlegen. Es liegt jedoch bis zur Stunde laut Klikovits keine Verurteilung vor und gilt die Unschuldsvermutung für alle Angeklagten. Das oben bezeichnete Projekt wurde im Jahr 2012 eingestellt.

Massiver Rechtsstreit

"Die Burgenland Energie klagte schließlich DI Karl F. auf Rückzahlung von Honoraren. Zuerst ging es um 400.000 Euro, später dehnte die energie Burgenalnd den Schaden in einem Zivilprozess auf 980.000 Euro aus. Später, im zweiten Rechtsgang, wurde der Schaden dann mit 720.000 Euro festgelegt.

Schulden und Vermögen

Dieser Rechtsstreit ging bis zum Obersten Gerichtshof (OGH). Nunmehr liegt ein rechtskräftiges Urteil gegen DI F. vor", heißt es weiter. "Einschließlich Zinsen und Kosten beziffert DI Karl F. seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Burgenland Energie GmbH aus diesem Urteil mit 1,4 Millionen Euro, davon entfallen 720.000 Euro auf den gerichtlich festgestellten Schaden, 278.000 Euro auf einen Restanspruch, 100.000 Euro auf Prozesskosten der Gegenseite und 400.000 Euro an Zinsen. "Da diese Forderung nicht bedient werden kann, trat die Insolvenz ein", teilt der Schuldner mit.

Der Zviltechniker ist Eigentümer eines Einfamilienhauses, das in Höhe von 282.000 Euro pfandrechtlich belastet ist.

Zwei Prozent Quote

Er bietet seinen Gläubigern einen Zahlungsplan in Höhe von insgesamt zwei Prozent an und will in 60 Monatsraten jeweils 500 Euro bezahlen. Unterm Strich macht das 30.000 Euro.