Wirtschaft
14.08.2018

Nach Pleite: Aus für Hofbräu zum Rathaus

Wiener Gastronomiebetrieb schafft Sanierung doch nicht und wird geschlossen.

Das Restaurant Adam beim Wiener Landesgericht hat Geschichte geschrieben. Anwälte trafen sich dort mit ihren angeklagten Mandanten, Richter und Staatsanwälte ließen dort ihren mitunter anstrengenden Arbeitstag bei einem Glas Wein ausklingen. Doch vor ein paar Jahren wurde das Geschäftskonzept geändert und aus dem legendären "Adam" wurde das Hofbräu zum Rathaus, eine bayrische Wirtschaft samt Münchner Hofbräu-Bier. Das konnte eigentlich nicht gutgehen.

Bereits 2017 musste die Hermann Adam Gastronomiebetriebs-Gesellschaft m.b.H ein Sanierungsverfahren beantragen, das mit einem geplanten Sanierungsplan in Höhe  von 20 Prozent Quote abgeschlossen wurde. Eine Quotenrate davon wurde tatsächlich gezahlt. Die nächste Quotenrate wäre im September 2018 fällig gewesen. Offenbar ist das Geld dafür nicht vorhanden.

Laut Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform hat die Hermann Adam Gastronomiebetriebs-GmbH am Handelsgericht Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt.

"Die Insolvenzursachen liegen in Umsatzrückgängen bedingt durch Schließung von Betrieben in der Umgebung und durch diverse Baustellen", heißt es dazu von Creditreform. "Eingeleitete Sanierungsmaßnahmen, wie die Reduzierung des Mitarbeiterstandes oder die Änderung der Öffnungszeiten konnten die bestehende Verlustgebarung nicht beseitigen. Die für die Erfüllung des Sanierungsplanes aus dem Jahr 2017 erforderlichen Quoten können nicht aus dem Betrieb erwirtschaftet werden."

Es sind 50 Gläubiger und 16 Arbeitnehmer betroffen. Im Sanierungsverfahren im Jahr 2017 waren Forderungen in Höhe von rund einer Million Euro anerkannt worden. Davon leben mindestens 750.000 Euro wieder auf, weil drei Viertel der Quote nicht bedient wurden. Die aktuellen Verbindlichkeiten sind nicht bekannt. Das Unternehmen soll geschlossen werden.