Wirtschaft
25.05.2018

Mutmaßliche Millionenpleite eines Waffenherstellers

Fragwürdigen Kärntner Langwaffen-Produzenten ist offenbar die Munition ausgegangen, Betrieb ist bereits geschlossen.

Offenbar hat dieser Waffenhersteller mehr als nur eine Ladehemmung. Über das Vermögen der Ritter & Stark GmbH mit Sitz in Feistritz im Rosental, Kärnten, ist am Freitag ein Konkursverfahren eröffnet worden. Den Konkursantrag hat ein Gläubiger gestellt. Laut dem Gläubigerschutzverband AKV soll das Unternehmen der Nachfolger der insolventen FMF Tactical GmbH sein und zu Hochzeiten 26 Mitarbeiter beschäftigt haben. Sie wurden vom Dienst freigestellt. Masseverwalter ist Philip Tschernitz.

Die Gesellschaft wurde Ende 2015 gegründet und stellt angeblich Präzisionsgewehre mit hohen Reichweiten (bis zu 2300 Meter) her.  Eigentümer sind Michael Paul Boettcher mit Wohnsitz in der Schweiz und die Ritter & Stark GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main. Dort ist aber niemand telefonisch zu erreichen.

„Die Höhe der Passiva können derzeit noch nicht beurteilt werden, da das Konkursverfahren über Gläubigerantrag eröffnet wurde“, heißt es dazu vom AKV. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Laut dem Gläubigerschutzverband Creditreform hat das Unternehmen zumindest eine Bilanz für das Geschäftsjahr 2015/16 beim Firmenbuchgericht eingereicht. Demnach betrug der Bilanzverlust damals bereits 3,33 Millionen Euro und die Verbindlichkeiten wurden mit 1,383 Millionen Euro beziffert. Die Kapitalrücklagen 2015/16 wurden mit 3,454 Millionen Euro beziffert und die Sachanlagen mit 1,377 Millionen Euro. Zur Bonität heißt es von Creditreform: „Von einer Geschäftsverbindung wird abgeraten, Kredite werden abgelehnt.“

Marketing-Director Yakov Trakhman war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Unter seiner Rufnummer läuft nur ein Tonband. Er war früher auch Prokurist der HPP Precision Products GmbH, so hieß Ritter & Stark früher.