Wirtschaft
26.09.2018

Millionenschwere Privatpleiten sorgen für Rekordschulden

Schuldenberg hat sich zum Vorjahr um fast eine Milliarde erhöht.

Die Privatkonkurse sind in den ersten drei Quartalen 2018 um 65 Prozent auf 7801 Fälle gestiegen, der Schuldenberg der Privatpleitiers hat sich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 1,502 Milliarden Euro fast verdreifacht. Das ergibt eine Durchschnittverschuldung in Höhe von 193.500 Euro. Im Jahr 2017 waren es lediglich 137.000 Euro.

Grund für den Anstieg der Fälle ist das neue Insolvenzrecht, das die Entschuldung Privater deutlich erleichtert. Auch muss man wissen, dass fast ein Drittel dieser Schuldenregulierungsverfahren auf gescheiterte Unternehmer und Selbstständige entfällt.

 

„Heuer sind eine Reihe von Fällen mit Millionenschulden dazu gekommen“, sagt Hans-Georg Kantner vom Gläubigerschutzverband KSV1870 zum KURIER. Darunter sind die Privatinsolvenzen eines Instrumentenhändlers mit mehr als 40 Millionen Euro Verbindlichkeiten und eines Werbeunternehmers mit acht Millionen Euro.

Kein Vermögen

Indes sind die Firmenpleiten nur um 1,9 Prozent auf 3785 Fälle gestiegen. In der Steiermark haben die eröffneten Fälle stark zugenommen.

In Niederösterreich, dem Burgenland und in Kärnten haben sich die nicht eröffneten Fälle um ein Drittel erhöht. „Letztere kann man mit Todesfällen vergleichen, bei denen man die Todesursache nicht kennt, weil man keine Autopsie durchführt“, sagt Kantner. In diesen Fällen sind nicht einmal jene 2500 bis 4000 Euro an Vermögen vorhanden, um die Verfahrens-Eröffnungskosten bezahlen zu können.Kid Möchel