Wirtschaft
08.12.2018

Millionenpleite: Raststätten-Kette Rosenberger soll saniert werden

Die Tochterfirma Rosenberger Restaurant GmbH mit 17 Standorten wird in die Insolvenz geschickt, rund 400 Mitarbeiter betroffen.

Am Autobahn-Raststätten-Betreiber Rosenberger ist offenbar das lukrative Geschäft vorbeigefahren. Aufgrund einer klaffenden Lücke im Budget muss der Konzern mit Stammsitz in Loosdorf, Bezirk Melk, den Weg zum Insolvenzgericht antreten. Zuerst hat der Standard über eine bevorstehende Insolvenz berichtet.

„Es ist nicht mehr gelungen, die Finanzierungslücke im November, für Gehälter und Sonderzahlungen, zu schließen“, sagt Firmenanwalt Alexander Anderle von der Kanzlei Saxinger Chalupsky & Partner SCWP zum KURIER. „Am Dienstag werden wir am Landesgericht St. Pölten vorerst für die Rosenberger Restaurant GmbH einen Insolvenzantrag überreichen. Man wird aber nicht umhinkommen, auch die anderen Gesellschaften über Insolvenzverfahren zu sanieren.“

 

Die Restaurant-Tochter beschäftigt an 16 Autobahn-Raststätten und einem Standort in Wien etwa 400 Mitarbeiter, der gesamte Konzern hat rund 600 Mitarbeiter. Die Arbeiterkammer Niederösterreich und ihr Arbeitnehmer-Insolvenzverband ISA werden die Forderungsanmeldung für die betroffenen Mitarbeiter übernehmen. Sie werden die offenen Gehälter und das Weihnachtsgeld vom Insolvenz- entgelt-Fonds (IEF) erhalten.

Investitionen nötig

„Die Beschäftigten sind auf diese Zahlungen angewiesen. Wir helfen, damit sie möglichst rasch ihr ausstehendes Geld bekommen“, sagt Markus Wieser, Chef der Arbeiterkammer Niederösterreich. Die Arbeiterkammer wird an allen Rosenberger-Standorten für die Mitarbeiter Informationsveranstaltungen organisieren.

„Nach den ersten Überprüfungen ist ein Fortbetrieb ohne finanzielle Hilfe von dritter Seite möglich“, sagt Firmenanwalt Anderle zum KURIER. „Ziel ist, das Unternehmen zu erhalten.“ Er räumt aber auch ein, dass bei Rosenberger ein hoher Investitionsbedarf besteht.

Vor fünf Jahren ist die Kette an zwei chinesische Unternehmerfamilien verkauft worden, die seit Sommer 2018 auch zwei Geschäftsführer stellen. Nur zwei Raststätten sind direkt vom Autobahnbetreiber Asfinag gepachtet, in den restlichen Fällen sind andere Pächter zwischengeschaltet. Der Höhe des Pachtzins ist zum Teil vom Umsatz abhängig.

„Die Auswirkungen der Insolvenz sind für die Asfinag in der Summe überschaubar“, sagt Asfinag-Manager Christian Petz zum KURIER. „Rosenberger hat sich durchaus auf eine Modernisierung des Raststätten-Anlagennetzes eingestellt und hat Projekte in der Pipeline gehabt, allerdings hat man die Finanzierung noch nicht aufgestellt gehabt.“

Rosenberger ist pleite